Das Verkehrslexikon

Der CDT-Wert

Der CDT-Blutwert - Carbohydratedeficient- Transferrin




Gliederung:


-   Einleitung
-   Weiterführende Links
-   Allgemeines



Einleitung:


Das IMD - Institut für Medizinische Diagnostik MVZ GbR in Berlin:

   CDT ist die Abkürzung für carbohydratedeficient- (Kohlenhydratdefizientes) Transferrin. Transferrin ist ein Eisentransportierendes Glykoprotein, welches hauptsächlich in der Leber synthetisiert wird und an das zwei Oligosaccaridketten gebunden sind. Diese Oligosaccaridketten sind verzweigt und bilden „Kohlenhydratantennen“. So entstehen Penta-, Tetra- und Trisialotransferrine, welche die normalen Formen des Transferrin darstellen.




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Bei chronischem Alkoholabusus wird die Glykosylierung, also die Anlagerung der Kohlenhydratketten an das Transferrinmolekül, durch den Ethanolmetaboliten Acetaldehyd gehemmt. So entstehen neben den normalen Transferrin-Isoformen vermehrt Transferrinmoleküle mit unvollständigen Kohlenhydratstrukturen.

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Welche Mengen an Alkohol führen zu erhöhten CDT-Werten?


Erhöhte CDT-Werte im Serum treten erst nach mindestens einwöchiger Aufnahme von täglich mehr als 60g reinem Ethanol auf.

Dies entspricht einem täglichen Konsum von etwa 1,5l Bier oder 0,6l Wein oder 0,2l an harten Spirituosen mit 40 Vol-%. Ein einmaliger Alkoholexzess führt nicht zu erhöhten CDT-Werten.

Wie schnell normalisiert sich ein erhöhter CDT-Wert?


Erhöhte CDT-Werte normalisieren sich bei vollständiger Abstinenz nach 2 bis 4 Wochen, abhängig von Ausgangswert.


Dass dem CDT-Wert bei der Beuruteilung von gefährlichen Alkoholintoxikationen und zur Abrundung des Bildes eines Betroffenen hinsichtlich seiner Alkoholkonsumgewohnheiten eine erhebliche Bedeutung zukommt, wird heute von der Rechtsprechung anerkannt, siehe beispielsweise das OVG Münster (Beschluss vom 23.03.2010 - 13 B 177/10).

Siehe auch
Der CDT-Wert (Carbohydrate-Deficient Transferrin)

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Weiterführende Links:


Stichwörter zum Thema Alkohol

Der CDT-Wert (Carbohydrate-Deficient Transferrin)

Konsum-Marker für diverse Substanzen

Wikipedia-Artikel: Carbohydrate Deficient Transferrin

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Allgemeines:


BSG v. 25.08.1999:
Die CDT-Bestimmung erweist sich nicht als neue Untersuchungsmethode iS des § 135 Abs 1 Satz 1 SGB V. Denn bei ihr handelt es sich um eine diagnostische Einzelleistung, die bei der Feststellung von Alkoholabusus im Zusammenwirken mit anderen diagnostischen Maßnahmen Aufschluss darüber geben soll, ob bei einem Patienten chronischer Alkoholismus vorliegt. Der Vergütung der durchgeführten CDT-Bestimmungen durcjh die Krankenkasse steht entgegen, dass sie nicht als nach dem EBM abrechenbare "ähnliche Untersuchungen" iS der Gebühren-Nrn 4207 bis 4290 ff EMB-Ä angesehen werden können.

VG Meiningen v. 24.02.2000:
Die CDT-Wert-Bestimmung ist zur Klärung der Frage einer Alkoholabhängigkeit geeignet. Der CDT-Wert kann sich innerhalb von drei bis vier Monaten normalisieren, wenn kein oder nur wenig Alkohol getrunken wird.

OVG Münster v. 23.03.2010:
Dem CDT-Wert kommt in der wissenschaftlichen Beurteilung Bedeutung als Marker für chronischen Alkoholabusus zu. Auch erhebliche Intoxikationen im Sinne eines riskanten Gebrauchs können durch den CDT-Wert erhärtet werden. Zur Abrundung des Bildes zu ihren Alkohol-Trinkgewohnheiten ist deshalb auch die Heranziehung von CDT-Werten grundsätzlich geeignet.

VG Würzburg v. 25.10.2019:
Bei bestimmten Laborparametern Ethylglukuronid (ETG), carbohydrate deficient Transferrin (CDT), GOT, GPT, gamma-GT sowie mittleres corpusculäres Erythrozytenvolumen (MCV) handelt sich es sich um solche, welche einen erhöhten Alkoholkonsum anzeigen können. Dabei ist zwar zu unterscheiden zwischen den Parametern CDT und ETG, welche spezifische Parameter für einen erhöhten Alkoholkonsum darstellen, und den übrigen Parametern, die zwar auf einen erhöhten Alkoholkonsum hindeuten, ihre Ursache jedoch auch in anderen Erkrankungen haben können. Fehlt es nämlich bei den letztgenannten Parametern an belastbaren Hinweisen auf eine andere Erkrankung, so bietet auch deren Erhöhung bei bestehender Alkoholabhängigkeit letztlich einen Hinweis für einen erhöhten Alkoholkonsum und damit eine fehlende Abstinenz.

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