VG Augsburg v. 03.02.2004:
Zusatztatsachen im Sinne von § 14 Abs 1 S 4 FeV sind - außer den in Nr. 9.2.2. der Anlage 4 zur Fahrerlaubnisverordnung genannten Umstände - nur solche, die einen Bezug zum gelegentlichen Cannabiskonsum haben und einen Rückschluss darauf zulassen, dass sich die Einnahme des Rauschmittels verkehrsgefährdend auswirken kann. Eintragungen im Verkehrszentralregister über allgemeine Verkehrszuwiderhandlungen gehören nicht dazu.
OVG Lüneburg v. 30.03.2004:
Zweifel an der Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs können neben dem Cannabiskonsum auch aus weiteren Tatsachen bestehen. Die Aufzählung in Nr. 9.2.2 der Anlage 4 zur Fahrerlaubnis-Verordnung ist dahingehend nicht abschließend (hier: zweimaliges Vorkommen von THC-COOH während des Screening-Zeitraums).
VG Düsseldorf vom 01.07.2005:
Ist gegen einen Fahrerlaubnisinhaber bereits die Anordnung einer Blutentnahme zwecks Überprüfung seiner Fahreignung ergangen und konsumiert er trotzdem weiterhin Cannabis und wird sogar beim Konsum von Cannabis in seinem geparkten Auto beobachtet, so ist von Fahrungeeignet auszugehen und die Fahrerlaubnis zu entziehen.
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Risikogruppe "Jugendliches Alter" als "weitere Tatsache":
OVG Lüneburg v. 15.11.2002:
Ein gelegentlicher Konsum von Cannabis schon im jugendlichen Alter stellt einen Anhaltspunkt dar, der auf das ständige Vorhandensein fahreignungsrelevanter körperlich-geistiger Leistungsdefizite schließen lässt, und stellt somit eine weitere Tatsache im Sinne von § 14 Abs. 1 Satz 4 FeV dar, die bei gelegentlicher Einnahme von Cannabis die Anordnung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens rechtfertigt.
VGH München v. 13.05.2005:
Es kann dahinstehen, ob es genügt, um das jugendliche Alter eines gelegentlichen Cannabiskonsumenten bereits für sich alleine als Rechtfertigung für die Forderung nach Vorlage eines medizinisch-psychologischen Gutachtens ausreichen zu lassen. Denn "hinreichend konkrete Verdachtsmomente", die es allein ermöglichen, einen Fahrerlaubnisinhaber einem derartigen, mit erheblichen Belastungen verbundenen Gefahrerforschungseingriff zuzuführen, lassen sich jedenfalls dann nicht bejahen, wenn in dem zu beurteilenden Einzelfall gerade keine Anhaltspunkte für ein durch den gelegentlichen Cannabiskonsum ausgelöstes, gesteigertes Risikoverhalten im Straßenverkehr bestehen.
Oberverwaltungsgericht NRW v. 11.08.2026:
Zur Rechtmäßigkeit der Fahrerlaubnisentziehung bei Nichtvorlage eines MPU-Gutachtens und späterem Freispruch im Bußgeldverfahren.
Verwaltungsgericht Köln v. 13.08.2024:
Zur sofortigen Vollziehung der Fahrerlaubnisentziehung bei Nichtbeibringung eines Fahreignungsgutachtens nach gelegentlichem Cannabiskonsum
Verwaltungsgericht Köln v. 23.12.2022:
Zur sofortigen Vollziehung der Fahrerlaubnisentziehung bei Nichtbeibringung eines MPU-Gutachtens und gelegentlichem Cannabiskonsum
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen v. 24.09.2018:
Zur Aberkennung des Rechts, von einer ausländischen Fahrerlaubnis Gebrauch zu machen, bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Fahren unter Einfluss.
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen v. 21.03.2018:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Fahren unter Einfluss; Verwertbarkeit von Blutproben im Fahrerlaubnisrecht.
Verwaltungsgericht Aachen v. 12.03.2018:
Zur sofortigen Vollziehung der Fahrerlaubnisentziehung bei gelegentlichem Cannabiskonsum und fehlendem Trennungsvermögen
Oberverwaltungsgericht NRW v. 15.03.2017:
Zur Beibehaltung des 1 ng/ml THC-Grenzwertes und der Annahme fehlender Fahreignung bei einmaligem Nicht-Trennen von Cannabiskonsum und Fahren
Verwaltungsgericht Aachen v. 02.02.2017:
Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Rauschfahrt; Anforderungen an den Vortrag unbewussten Konsums
Verwaltungsgericht Köln v. 28.09.2016:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Verstoß gegen das Trennungsgebot (THC-Wert von 1,0 µg/L Serum)
Verwaltungsgericht Köln v. 01.07.2016:
Fahrerlaubnisentziehung bei gelegentlichem Cannabiskonsum: Fehlendes Trennungsvermögen und THC-Grenzwert von 1,0 µg/l Serum
Verwaltungsgericht Aachen v. 07.03.2016:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Fahren unter Cannabiseinfluss; Beibehaltung des 1,0 ng/ml THC-Grenzwerts
BSG v. 03.09.2020:
Zum Ersatzanspruch nach SGB II bei grob fahrlässiger Herbeiführung von Hilfebedürftigkeit durch Verlust der Fahrerlaubnis
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen v. 18.01.2017:
Fehlendes Rechtsschutzinteresse bei Aufrechterhaltung eines Anfechtungsantrags nach Verpflichtung zur Klagerücknahme im gerichtlichen Vergleich
Verwaltungsgericht Münster v. 02.12.2015:
Zur sofortigen Vollziehung der Entziehung der Fahrerlaubnis bei Cannabiskonsum und fehlendem Trennungsvermögen (THC-Grenzwert 1,0 ng/ml)
Verwaltungsgericht Düsseldorf v. 09.06.2015:
Sofortige Vollziehung des Fahrerlaubnisentzugs bei gelegentlichem Cannabiskonsum und fehlendem Trennungsvermögen (THC-Wert ab 1,0 ng/ml)
Verwaltungsgericht Köln v. 20.05.2015:
Fahrerlaubnisentziehung bei gelegentlichem Cannabiskonsum: Anforderungen an die Glaubhaftigkeit des erstmaligen Konsums
Oberverwaltungsgericht NRW v. 18.11.2014:
Zur sofortigen Vollziehung der Fahrerlaubnisentziehung bei wiederholtem Cannabiskonsum und fehlender Trennung von Konsum und Fahren
Oberverwaltungsgericht NRW v. 29.10.2014:
Zur Rechtmäßigkeit der Anordnung eines medizinisch-psychologischen Gutachtens bei gelegentlichem Cannabiskonsum und körperlichen Auffälligkeiten
Verwaltungsgericht Köln v. 09.09.2014:
Zur sofortigen Vollziehung der Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Verstoß gegen das Trennungsgebot
Verwaltungsgericht Köln v. 03.09.2014:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei unglaubhaftem Vortrag zu unbeabsichtigtem oder einmaligem Cannabiskonsum und fehlendem Trennungsvermögen
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen v. 25.07.2014:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und fehlender Trennung von Konsum und Fahren; Bedeutung des zeitlichen Abstands.
Verwaltungsgericht Köln v. 20.05.2014:
Fahrerlaubnisentzug bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Fahren unter Einfluss von Cannabis (Trennungsgrundsatz)
Verwaltungsgericht Düsseldorf v. 16.12.2013:
Zur Untersagung des Führens von Fahrzeugen (auch fahrerlaubnisfreier) bei gelegentlichem Cannabiskonsum und fehlendem Trennungsvermögen
Oberverwaltungsgericht NRW v. 11.12.2013:
Zur Annahme gelegentlichen Cannabiskonsums bei fehlender substantiierter Einlassung zum Erstkonsum und zur Mitwirkungsobliegenheit
Verwaltungsgericht Köln v. 24.07.2013:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und fehlender Trennung von Konsum und Fahren (THC-Grenzwert 1,0 ng/ml)
Verwaltungsgericht Aachen v. 08.12.2011:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und fehlendem Trennungsvermögen zwischen Konsum und Fahren
Oberverwaltungsgericht NRW v. 22.07.2011:
Fahrerlaubnisentzug bei gelegentlichem Cannabiskonsum und Mischkonsum mit Alkohol; zur Interpretation von THC-COOH-Werten unter 100 ng/ml
Verwaltungsgericht Minden v. 15.06.2011:
Zur sofortigen Vollziehung der Entziehung der Fahrerlaubnis bei gelegentlichem Cannabiskonsum und fehlender Trennung von Konsum und Fahren
Oberverwaltungsgericht NRW v. 03.09.2010:
Verwertbarkeit von Blutproben ohne Richtervorbehalt im Fahrerlaubnisrecht; Fortbestand der Fahrungeeignetheit nach Cannabiskonsum
Oberverwaltungsgericht NRW v. 09.07.2007:
Cannabiskonsum und Führen von Kfz: Verstoß gegen Trennungsgebot bei Ausfallerscheinungen trotz niedriger THC-Konzentration
Oberverwaltungsgericht NRW v. 15.03.2007:
Fahreignung bei Cannabiskonsum: Anordnung ärztlicher Begutachtung und Abgrenzung von gelegentlichem und regelmäßigem Konsum