Das Verkehrslexikon

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Arbeitgeberbescheinigung schützt nicht vor Fahrverbot




Sie haben bei Rot die Ampel überfahren und fürchten ein Fahrverbot? Wir erklären, warum eine Bescheinigung vom Arbeitgeber oft nicht ausreicht, um den Führerscheinentzug abzuwenden.

Ihnen droht nach einem Rotlichtverstoß ein Fahrverbot und Sie fürchten um Ihren Job? Viele Autofahrer hoffen, mit einer Bescheinigung ihres Arbeitgebers den Führerscheinentzug abwenden zu können. In diesem Schreiben wird dann bestätigt, dass der Arbeitsplatz bei Verlust der Fahrerlaubnis in Gefahr ist. Die Hoffnung dahinter ist, dass das Gericht von einer unzumutbaren Härte ausgeht und auf das Fahrverbot verzichtet.

Das Kammergericht Berlin hat jedoch klargestellt, dass eine solche Arbeitgeberbescheinigung kein Freifahrtschein ist (Urteil vom 02.02.2024, Az. 3 ORbs 9/24). Im konkreten Fall ging es um einen qualifizierten Rotlichtverstoß, bei dem die Ampel bereits länger als eine Sekunde rot war. Die Richter entschieden, dass sie trotz des Attests ein Fahrverbot verhängen dürfen. Die Begründung: Die Bescheinigung erklärte nicht überzeugend genug, warum ein nur einmonatiges Fahrverbot zwangsläufig zum Verlust des Arbeitsplatzes führen würde.

Für Sie bedeutet das in der Praxis: Ein einfaches, pauschales Schreiben vom Chef reicht meist nicht aus. Das Gericht prüft genau, ob der Jobverlust wirklich unvermeidbar ist. Die Bescheinigung muss daher detailliert begründen, warum Sie den einen Monat nicht durch Urlaub, Überstundenabbau, öffentliche Verkehrsmittel oder eine vorübergehende andere Tätigkeit im Betrieb überbrücken können. Nur wenn eine existenzbedrohende Härte glaubhaft nachgewiesen wird, besteht die Chance, das Fahrverbot zu umgehen.

Die Entscheidung im Volltext: KG Urteil vom 02.02.2024 - 3 ORbs 9/24 - Fahrverbot bei qualifiziertem Rotlichtverstoß: Ermessensausübung trotz Arbeitgeberbescheinigung; Anforderungen an Beweisanträge

Häufige Fragen

Reicht eine Arbeitgeberbescheinigung, um ein Fahrverbot zu verhindern?

Nicht automatisch. Ein Gericht kann das Fahrverbot trotzdem verhängen, wenn die Bescheinigung nicht überzeugend darlegt, warum ein Jobverlust unvermeidbar ist.

Was muss in einer Arbeitgeberbescheinigung für das Gericht stehen?

Sie sollte detailliert begründen, warum genau ein einmonatiges Fahrverbot zum Jobverlust führt und wieso keine Alternativen wie Urlaub oder andere Tätigkeiten möglich sind.

Gilt das Urteil für jeden Rotlichtverstoß?

Das Urteil bezieht sich auf einen qualifizierten Rotlichtverstoß, also wenn die Ampel schon länger als eine Sekunde rot war. Bei solchen Verstößen ist ein Fahrverbot die Regel.

Kurzvideo „Tipp des Tages“ vom 09.10.2026. Sprecherstimme und Hintergrundbild sind KI-generiert; der Inhalt wurde redaktionell anhand der verlinkten Entscheidung geprüft. Keine Rechtsberatung im Einzelfall.




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