Das Verkehrslexikon

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Kein Schmerzensgeld bei gestelltem Unfall




Sie denken darüber nach, einen Unfall zu stellen, um Geld von der Versicherung zu kassieren? Erfahren Sie hier, warum Sie bei diesem Betrugsversuch selbst bei echten Verletzungen kein Schmerzensgeld bekommen.

Die Versuchung, durch einen gestellten Autounfall schnell an Geld von einer Versicherung zu kommen, ist für manche groß. Doch solche manipulierten Unfälle sind nicht nur strafbar, sie sind auch gefährlich. Was passiert, wenn bei dem abgesprochenen Manöver etwas schiefgeht und einer der Beteiligten tatsächlich verletzt wird? Viele gehen davon aus, dass ihnen dann zumindest Schmerzensgeld für die erlittenen Verletzungen zusteht – ein gefährlicher Irrtum.

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm hat in einem Urteil vom 21.10.2022 (Az. 7 U 96/21) klargestellt, dass dies nicht der Fall ist. Die Richter entschieden, dass eine Person, die wissentlich an einem fingierten Unfall teilnimmt, keinen Anspruch auf Schmerzensgeld hat, selbst wenn sie dabei verletzt wird. Die Begründung: Wer sich bewusst einer solchen Gefahr aussetzt und in die mögliche Körperverletzung einwilligt, handelt treuwidrig, wenn er später dafür eine Entschädigung fordert. Man kann nicht erst bei einem Betrug mitmachen und sich dann als Opfer darstellen.

Für die Praxis bedeutet diese Entscheidung eine klare Warnung: Lassen Sie die Finger von Unfallmanipulationen. Sie riskieren nicht nur eine Strafanzeige wegen Betrugs, sondern bleiben auch auf Ihren eigenen Verletzungen und den damit verbundenen Schmerzen sitzen. Das Gericht schützt Teilnehmer illegaler Absprachen nicht vor den Folgen ihres eigenen Handelns. Der finanzielle Gewinn ist eine Illusion, das Risiko einer echten, unentschädigten Verletzung aber sehr real.

Die Entscheidung im Volltext: OLG Hamm Urteil vom 21.10.2022 - 7 U 96/21 - Zum Nachweis eines manipulierten Verkehrsunfalls und Schmerzensgeldansprüchen bei Einwilligung in Körperverletzung

Häufige Fragen

Was ist ein gestellter oder manipulierter Unfall?

Das ist ein absichtlich herbeigeführter Unfall, mit dem Ziel, die Versicherung zu betrügen und eine ungerechtfertigte Zahlung zu erhalten.

Warum gibt es kein Schmerzensgeld trotz echter Verletzung?

Weil Sie durch Ihre Teilnahme an dem Betrugsversuch in das Risiko einer Verletzung eingewilligt haben. Das Gericht sieht es als rechtsmissbräuchlich an, dafür eine Entschädigung zu fordern.

Ist die Teilnahme an einem gestellten Unfall strafbar?

Ja, dabei handelt es sich um Versicherungsbetrug, der strafrechtlich verfolgt wird. Es drohen Geldstrafen oder sogar eine Freiheitsstrafe.

Kurzvideo „Tipp des Tages“ vom 08.10.2026. Sprecherstimme und Hintergrundbild sind KI-generiert; der Inhalt wurde redaktionell anhand der verlinkten Entscheidung geprüft. Keine Rechtsberatung im Einzelfall.




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