Das Verkehrslexikon


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Bad Camberg: Raser mit 138 km/h am Kindergarten geblitzt




Ein Raser wird mit 138 km/h in einer 70er-Zone an einem Kindergarten geblitzt. Wir erklären, welche Strafe droht und wann Vorsatz die Geldbuße verdoppeln kann.

Mit 138 statt der erlaubten 70 km/h an einem Kindergarten vorbeizurasen, ist kein Kavaliersdelikt. Ein aktueller Fall aus Bad Camberg zeigt, welche drastischen Folgen eine solch extreme Geschwindigkeitsüberschreitung haben kann. Für den Fahrer geht es nicht nur um ein hohes Bußgeld, sondern auch um Punkte in Flensburg und einen langen Führerscheinentzug. Die zentrale rechtliche Frage, die sich bei einer derart massiven Überschreitung stellt, ist die nach dem Vorsatz: Hat der Fahrer die Geschwindigkeit bewusst in Kauf genommen?

Die Strafen für Tempoverstöße sind im bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog festgelegt, der in der Regel von einer fahrlässigen Tat ausgeht. Bei einer Überschreitung von 68 km/h außerorts sieht der Katalog 600 Euro Bußgeld, 2 Punkte und ein zweimonatiges Fahrverbot vor. Allerdings können die Behörde und später das Gericht bei besonders krassen Verstößen von bloßer Fahrlässigkeit abweichen und eine vorsätzliche Tat annehmen. Ein Gericht muss dies im Einzelfall auf Basis der Umstände entscheiden, es gibt keine feste km/h-Grenze für Vorsatz.

Wird Vorsatz festgestellt, hat das eine empfindliche Konsequenz: Die Regelbuße wird verdoppelt, im Fall aus Bad Camberg also auf mindestens 1.200 Euro. Das Fahrverbot bleibt bestehen. Autofahrer sollten wissen, dass Gerichte bei einer Überschreitung von mehr als 40 % der erlaubten Geschwindigkeit oft von Vorsatz ausgehen, da es unwahrscheinlich ist, eine so hohe Geschwindigkeit nicht zu bemerken. Wichtig: Sollte es bei einer solchen Fahrt zu einem Unfall kommen, zahlt die eigene Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden des Gegners. Ein Regress wegen des reinen Geschwindigkeitsverstoßes ist ausgeschlossen.

Die Entscheidung im Volltext: Bad Camberg: Raser mit 138 km/h am Waldkindergarten geblitzt

Häufige Fragen

Was kostet es, mit 68 km/h zu schnell geblitzt zu werden?

Außerorts sind dafür laut Bußgeldkatalog 600 Euro Bußgeld, 2 Punkte und 2 Monate Fahrverbot fällig. Stuft ein Gericht die Tat als vorsätzlich ein, verdoppelt sich die Geldbuße.

Wann geht die Behörde von Vorsatz statt Fahrlässigkeit aus?

Vorsatz wird oft angenommen, wenn die zulässige Geschwindigkeit extrem überschritten wird. Gerichte sehen darin ein Indiz, dass der Fahrer das Tempo bewusst wollte oder zumindest billigend in Kauf nahm.

Zahlt meine Versicherung bei einem Unfall nach so einer Raserei?

Ja, die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt den Schaden des Unfallgegners immer. Ein Regress gegen den Fahrer ist bei einem reinen Fahrfehler wie Raserei gesetzlich ausgeschlossen.

Kurzvideo „Tipp des Tages“ vom 08.11.2026. Sprecherstimme und Hintergrundbild sind KI-generiert; der Inhalt wurde redaktionell anhand der verlinkten Entscheidung geprüft. Keine Rechtsberatung im Einzelfall.




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