Das Verkehrslexikon



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Klagerücknahme und gerichtliche Kostenentscheidung


In der Praxis der Unfallschadenregulierung kommt es nicht selten vor, dass nach längerer Regulierungsdauer vom Geschädigten Klage gegen den Unfallgegner und/oder dessen Haftpflichtversicherer erhoben wird, um die Ansprüche mit mehr Nachdruck zu verfolgen. Es kann dann geschehen, dass der Versicherer noch "zur Einsicht kommt" und Zahlung zusagt und gleichzeitig den Geschädigen bzw. dessen Anwalt bittet, die eingereichte Klage zurückzunehmen.

Weil nach den gesetzlichen Vorschriften im Fall der Klagerücknahme in der Regel die klagende Partei die Kosten des Rechtsstreits zu tragen hat, dieses Ergebnis aber bei der geschilderten Sachlage materiell nicht gerechtfertigt erscheint, wird die Bitte um Klagerücknahme vielfach mit der Zusage versehen, keine den Kläger belastenden Kostenanträge zu stellen; außerdem ersetzt die Versicherung in einem solchen Fall auch die bereits verauslagten Gerichtskostenvorschüsse.

Erfolgen derartige Zusagen nicht, wird es bei der Kostenentscheidung nach Klagerücknahme darauf ankommen, ob die beklagte(n) Partei(en) Veranlassung zur Klagerhebung gegeben haben, ob also insbesondere vor Erhebung der Klage ein angemessener Regulierungszeitraum von sechs Wochen bereits verstrichen war oder nicht.

Es stellt sich zudem die Frage, ob das Gericht in einem sich aus irgendeinem Grund dennoch anschließenden Kostenfestsetzungsverfahren die materiell-rechtliche Kostentragungspflicht entgegen den formellen gesetzlichen Vorschriften der ZPO berücksichtigen darf oder sogar muss.

Umgekehrt stellt sich die Frage, ob im Fall einer rechtskräftigen Kostenentscheidung zum Nachteil des Klägers es diesem verwehrt ist, ihm materiell-rechtlich zustehende Schadensersatzansprüche auf Kostenerstattung trotz der formellen Rechtskraft der Kostenentscheidung geltend zu machen.







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