Das Verkehrslexikon

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Quotelung der Sachverständigenkosten entsprechend der Haftung oder der Schadenshöhe?




Gliederung:


-   Einleitung
-   Allgemeines
- Quotelung entsprechend der Haftungsquote?
- Quotelung entsprechend der begründeten Schadenshöhe?



Einleitung:


Vereinzelt wird in der Literatur die Auffassung vertreten, dass die vom Unfallgeschädigten aufgewendeten Sachverständigenkosten auch dann in voller Höhe zu erstatten seien, wenn ihn an dem Zustandekommen des Unfalls eine Mithaftung treffe. In neuerer Zeit hat diese Meinung auch vereinzelt Eingang in die Rechtsprechung gefunden.

Die herrschende Meinung scheint sich jedoch derzeit noch nicht davon beeindrucken zu lassen. So stellt beispielsweise Nugel in juris-Praxisreport vom 25.05.2011 in einer Besprechung des Urteils des OLG Rostock vom 18.03.2011 fest:

   "Die Kosten für die Erstellung eines Gutachtens stehen daher mit dem Fahrzeugschaden in einem unmittelbaren engen Zusammenhang. Diese Ersatzansprüche des Geschädigten unterliegen bei einem Unfall mit zwei Kraftfahrzeugen der gesetzlichen Wertung des § 17 StVG, und es hängt von den Umständen des Einzelfalls, insbesondere den Betriebsgefahren der beteiligten Fahrzeuge einschließlich eines Verschuldens der Fahrzeugführer ab, in welchem Umfang sie ersetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass auch die Kosten für die Einschaltung eines Sachverständigen durch den Verkehrsunfall verursacht sind und daher diese Grundsätze der Haftungsverteilung auch und gerade für diese Schadensposition eingreifen."

Hier bleibt die weitere Entwicklung der Rechtsprechung abzuwarten.

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Allgemeines:


Stichwörter zum Thema Sachverständigen-Gutachten

Sachverständigengutachten

Sachverständigenkosten

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Quotelung entsprechend der Haftungsquote?


AG Siegburg v. 31.03.2010:
Der Geschädigte kann Freistellung von dien ihm in Rechnung gestellten Sachverständigenkosten in voller Höhe verlangen, auch wenn der Schädiger für den Verkehrsunfall nur zu 50 % haftet. Denn bei den Kosten, die durch die Einholung eines Sachverständigengutachtens entstehen, handelt es sich um Rechtsverfolgungskosten. Diese Kosten dienen ausschließlich dazu, den aufgrund der jeweiligen Haftungsquote erstattungsfähigen Anteil des dem Geschädigten entstandenen Gesamtschadens von dem Schädiger ersetzt zu bekommen. Die Sachverständigenkosten sind deswegen nicht wie der Gesamtschaden des Geschädigten zu quotieren, da sie erst dann entstehen, wenn der Geschädigte seinen erstattungsfähigen Anteil des Gesamtschadens gegenüber dem Schädiger beziffern und belegen muss.

OLG Düsseldorf v. 15.03.2011:
Die Kosten eines Sachverständigengutachtens gehören zu dem mit dem Schaden unmittelbar verbundenen und gemäß § 249 Abs. 1 BGB auszugleichenden Vermögensvorteilen, soweit die Begutachtung zur Geltendmachung des Schadensersatzanspruchs erforderlich und zweckmäßig ist. Ebenso können diese Kosten Bestandteil des nach § 249 Abs. 2 S. 1 BGB erforderlichen Herstellungsaufwand sein, wenn die vorherige Begutachtung zur tatsächlichen Durchführung der Wiederherstellung erforderlich und zweckmäßig ist. Unter beiden Gesichtspunkten sind diese Kosten grundsätzlich in vollem Umfang erstattungsfähig. Ist der geschädigte Fahrzeughalter jedoch in erheblicher Weise für den Schaden mitverantwortlich, so führt dies nach § 17 Abs. 1 und 2 StVG allerdings zu einer Beschränkung von Grund und Umfang des Schadensersatzanspruchs.

OLG Rostock v. 11.03.2011:
Die Sachverständigenkosten sind nicht entsprechend der Verursachungsquote zu kürzen. Diese Kosten sind vollen Umfangs erstattungsfähig, weil sie erst dann entstehen, wenn der Geschädigte seinen erstattungsfähigen Anteil des Gesamtschadens gegenüber dem Schädiger beziffern und belegen muß; sie fallen überhaupt nicht an, wenn der Geschädigte den Unfall vollständig selbst verursacht hat und dienen ausschließlich dazu, den aufgrund der jeweiligen Haftungsquote erstattungsfähigen Anteil von dem Schädiger ersetzt zu bekommen.

OLG Rostock v. 18.03.2011:
Die Kosten eines von dem Geschädigten eingeholten Sachverständigengutachtens hat der - auch nur teilweise - für den Schaden verantwortliche Schädiger in voller Höhe zu erstatten. Sachverständigenkosten sind - außer bei Bagatellschäden - erstattungsfähige Kosten der Rechtsverfolgung. Insoweit findet keine Quotelung statt.

OLG Frankfurt am Main v. 05.04.2011:
Der Senat folgt der vom Amtsgericht Siegburg angestoßenen und bereits zuvor von Poppe (DAR 2005, 669) und Winnefeld (DAR 1996, Seite 75) dargelegten Rechtsauffassung, wonach auch bei dem Ausspruch einer Haftungsquote die Kosten für die Feststellung eines Schadens in vollem Umfang ersatzfähig sind (AG Siegburg, 31. März 2010 – 111 C 10/10 –; vgl. auch Schneider DAR 07, 430).

OLG Celle v. 24.08.2011:
Einem Geschädigten, der mitverantwortlich für ein Unfallereignis ist und daher gem. §§ 7, 17 StVG nur Anspruch auf Ersatz eines Teils seines Schadens hat, steht auch nur ein Anspruch auf Ersatz eines entsprechenden Teils der ihm entstandenen Sachverständigenkosten zu (entgegen OLG Rostock, MDR 2011, 221).

LG Konstanz v. 06.09.2011:
Die dem Geschädigten entstandenen Sachverständigenkosten sind entsprechend seiner Mithaftungsquote zu kürzen.

BGH v. 07.02.2012:
Im Falle einer nur quotenmäßigen Haftung des Schädigers hat dieser dem Geschädigten dessen Sachverständigenkosten nur im Umfang der Haftungsquote zu erstatten.

BGH v. 07.02.2012:
Ist der geschädigte Fahrzeughalter in erheblicher Weise für den Schaden mitverantwortlich, so führt dies nach § 17 Abs. 1 und 2 StVG zu einer Beschränkung von Grund und Umfang des Schadensersatzanspruchs. Die Bestimmung statuiert - ebenso wie § 254 Abs. 1 BGB, § 9 StVG und § 4 HaftPflG - eine Ausnahme von dem Grundsatz der Totalreparation (Alles-oder-Nichts-Prinzip des Schadensersatzrechts). Sie hat zur Folge, dass auch der Anspruch auf Ersatz der Kosten eines Sachverständigengutachtens nur ungeschmälert fortbestehen kann, wenn sich aus "den Umständen", insbesondere aus der Feststellung, "inwieweit der Schaden vorwiegend von dem einen oder anderen Teil verursacht worden ist" ein solches Ergebnis rechtfertigen lässt. Der Ersatz der Sachverständigenkosten richtet sich somit nach der Haftungsquote.

OLG Köln v. 23.02.2012:
Hat der unfallbeteiligte Kläger ein Gutachten zur Schadenshöhe eingeholt und wird der Klage nur teilweise stattgegeben, so hat der Beklagte die Kosten des Sachverständigen nur in Höhe des für seine Haftung maßgebenden Anteils zu erstatten (so nunmehr auch BGH, Urteil vom 7.2.2012 - VI ZR 133/11).

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Quotelung entsprechend der begründeten Schadenshöhe?


OLG Hamm v. 06.09.2016:
Eine Quotelung der Sachverständigenkosten - wie etwa bei der Streitwertbestimmung für die Rechtsanwaltsgebühren - abhängig von der Begründetheit des Fahrzeugschadens der Höhe nach findet nicht statt. Denn die Erwägungen zu den vorgerichtlichen Anwaltskosten - insbesondere mangelnde Zurechenbarkeit der Anwaltskosten zu Lasten des Schädigers, soweit die Beauftragung zur Durchsetzung tatsächlich unbegründeter Ersatzansprüche erfolgt - lassen sich auf die anders gelagerte Situation der Beauftragung eines Sachverständigen mit der dem Geschädigten selbst nicht möglichen Schadensfeststellung nicht übertragen.

Landgericht Leipzig v. 19.03.2025:
Sachverständigenhonorar: Keine pauschale Berechnung nach BSVK-Befragung bei Klage des Gutachters aus abgetretenem Recht

BGH v. 31.05.2023:
Zur Berechnung der Versicherungsleistung bei Kfz-Vollkasko nach Eigenreparatur und Quotenvorrecht

Landgericht Essen v. 08.04.2022:
Zur Haftungsabwägung bei Verkehrsunfall und fiktiver Abrechnung von Sachverständigenkosten

OLG Hamm v. 08.03.2022:
Zur Quotelung des Schadens bei Verkehrsverstoß des Pedelecfahrers und zu spätem Bremsen des Pkw-Führers

OLG München v. 21.04.2021:
Zur Aktivlegitimation des Leasingnehmers bei fiktiver Abrechnung von Reparaturkosten und Sachverständigenkosten nach Verkehrsunfall

OLG München v. 24.03.2021:
Zur teilweisen Haftung bei Verkehrsunfallschäden trotz teilweiser Inkompatibilität; Erstattungsfähigkeit von Sachverständigenkosten

OLG Düsseldorf v. 30.06.2020:
Zur Haftungsverteilung bei Auffahrunfall mit streitigem Hergang und Anforderungen an den Nachweis von Vorschäden

Amtsgericht Köln v. 23.08.2018:
Aktivlegitimation bei Sachverständigenkosten nach Verkehrsunfall trotz Abtretung erfüllungshalber

OLG Hamm v. 06.09.2016:
Zur Erstattungsfähigkeit von Sachverständigenkosten

Amtsgericht München v. 22.05.2025:
Zur Begrenzung von Sachverständigenkosten auf übliche Sätze bei Abtretung des Anspruchs an den Sachverständigen

Landgericht Regensburg v. 20.07.2021:
Haftungsquote bei Verkehrsunfall: Vorfahrtsverstoß vs. Rechtsfahrgebot eines landwirtschaftlichen Gespanns; Erstattungsfähigkeit vorgerichtlicher Anwaltskosten

OLG München v. 02.06.2021:
Verkehrsunfall bei Aquaplaning und Spurrillen: Bemessung von Schmerzensgeld und Haftungsquote

Landgericht Köln v. 09.08.2017:
Zur Beweiswürdigung einer Kollision in einer Massenunfallstelle durch Sachverständigengutachten

Landgericht Münster v. 01.06.2023:
Zur Haftungsabwägung bei Verkehrsunfall: Kollision beim Überholen und Beweiswert von Zeugenaussagen vs. Sachverständigengutachten

Amtsgericht Augsburg v. 13.09.2022:
Zur Erstattungsfähigkeit von Sachverständigenkosten und Verbringungskosten nach Verkehrsunfall

Landgericht Wuppertal v. 21.02.2022:
Zur Haftungsverteilung bei unaufklärbarem Verkehrsunfallhergang und Fahrspurwechsel

Landgericht Deggendorf v. 16.03.2021:
Zur vollen Haftung bei grob verkehrswidrigem Überholen mit verdeckter Sicht; zur Erstattungsfähigkeit von Sachverständigenkosten.

Landgericht Düsseldorf v. 29.11.2016:
Zur Beweislast für Frontschäden nach Heckanstoß und Abgrenzung von Unfallschäden durch Sachverständigengutachten

OLG Düsseldorf v. 08.04.2014:
Zur Zulässigkeit der Streitverkündung im selbstständigen Beweisverfahren bei alternativer tatsächlicher Kausalität

OLG Düsseldorf v. 25.02.2014:
Zur Haftungsverteilung bei grober Vorfahrtverletzung und zur Bemessung von Fahrzeugschäden

Amtsgericht Mülheim an der Ruhr v. 13.11.2012:
Zum Ausschluss der Haftung nach StVG bei Fahrradunfall und zur Beweislast im Deliktsrecht bei unaufklärbarem Unfallgeschehen

Amtsgericht Mülheim an der Ruhr v. 07.07.2012:
Mithaftung bei Kollision mit stehendem Fahrzeug während des Linksabbiegens

OLG Hamm v. 10.11.2011:
Quotierung von Sachverständigenkosten bei Mithaftung nach Verkehrsunfall

Landgericht Bochum v. 24.05.2011:
Quotenvorrecht bei Sachverständigenkosten und Minderwert; Erstattungsfähigkeit von RA-Kosten für Kaskoabrechnung bei Verzug des Schädigers

Landgericht Aachen v. 16.04.2010:
Zur Bindungswirkung eines Obmanngutachtens im Sachverständigenverfahren und zur Kostenverteilung bei angestellten Sachverständigen

Amtsgericht Grevenbroich v. 15.10.2012:
Beweiswürdigung von Zeugenaussagen und Sachverständigengutachten bei Verkehrsunfall mit geparktem Fahrzeug

Landgericht Wuppertal v. 09.06.2011:
Zur Haftungsverteilung bei ungeklärtem Unfallhergang und voller Erstattung von Sachverständigenkosten trotz Mithaftung

Landgericht Münster v. 21.12.2012:
Zur Angemessenheit von Sachverständigenkosten; Gesprächsergebnis C. und Versicherungen als Schätzgrundlage

Landgericht Wuppertal v. 06.12.2012:
Schadensersatz nach Parkunfall: Beweiswürdigung und Kompatibilität der Schäden

Amtsgericht Köln v. 28.08.2012:
Zur Erstattung von Sachverständigenkosten bei selbstständiger Beauftragung durch den Versicherungsnehmer gegenüber der Haftpflichtversicherung

Amtsgericht Neuss v. 22.02.2012:
Zur Erstattungsfähigkeit von Sachverständigenkosten bei überhöhter Forderung und Vorschäden nach Verkehrsunfall

Landgericht Itzehoe v. 15.03.2011:
Abmeldekosten

Landgericht Frankenthal v. 12.03.2014:
Anmeldekosten

Landgericht Stralsund v. 05.01.2007:
Wirtschaftlicher Totalschaden

Landgericht Saarbrücken v. 19.10.2012:
Kfz-Sachverständigenkosten

Amtsgericht Heidenheim a. d. Brenz v. 20.04.2005:
Bagatellschadensgrenze (SV-Kosten)

OLG Stuttgart v. 14.12.2010:
Sachverständigenbeweis

Landgericht Wuppertal v. 18.12.2014:
Kfz-Sachverständiger

Amtsgericht Lörrach v. 30.09.2011:
Vermessungskosten

OLG Düsseldorf v. 06.05.2014:
Überholen

OLG Celle v. 26.09.2002:
Rechtsabbiegen

Amtsgericht Duisburg v. 02.12.2003:
Kosten des Sachverständigen

OLG Hamm v. 12.06.2003:
Anmeldekosten

Landgericht Duisburg v. 16.12.2002:
Krad

Landgericht Bochum v. 15.11.2002:
Quotelung der SV-Kosten

OLG Düsseldorf v. 30.09.2002:
Private Abschleppkosten

Amtsgericht Bochum v. 28.02.2002:
Unkostenpauschale

OLG Hamm v. 26.01.2000:
Anmeldekosten

Landgericht Arnsberg v. 09.07.1996:
Nebenweg

OLG München v. 15.03.2019:
Haltlinie

BGH v. 09.07.2025:
Kraftfahrtversicherung

Landgericht Lübeck v. 10.05.2024:
Abgesenkter Bordstein

Landgericht Lübeck v. 14.11.2023:
Warnblinklicht

Landgericht Lübeck v. 28.07.2023:
Überholen

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 17.10.2025:
Haftungsabwägung

Landgericht Saarbrücken v. 30.10.2025:
Kfz-Sachverständigenkosten

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 20.10.2023:
Überführungskennzeichen

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 21.04.2023:
SV-Kosten

Landgericht Darmstadt v. 17.12.2024:
Abmeldekosten

Amtsgericht Kassel v. 22.06.2023:
Achsvermessung

KG v. 10.02.2021:
Fahrstreifenwechsel

KG v. 27.06.2018:
Verbringungskosten (Lackiererei)

Amtsgericht Halle v. 08.10.2015:
Alt für Neu

OLG Düsseldorf v. 16.06.2008:
Verweisung auf freie Fachwerkstatt

Landgericht Lübeck v. 19.12.2023:
UPE-Aufschläge

AG Hamburg-St. Georg v. 15.12.2025:
Abbiegen

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