Das Verkehrslexikon

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Weisungen von Polizeibeamten - Befolgungsanordnungen - straßenverkehrsrechtliche Verbote




Gliederung:


-   Allgemeines
-  
Weisungen von Polizeibeamten
-   Befolgungsanordnungen
-   Straßenverkehrsrechtliche Verbote




Allgemeines:


Verkehrszeichen

Zusatzzeichen

Verkehrsrechtliche Anordnungen

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Weisungen von Polizeibeamten:


BGH v. 31.01.1984:
Bußgeldbewehrt nach §§ 36 Abs. 1, 49 Abs. 3 Nr. 1 StVO, § 24 StVG sind alle Weisungen eines Polizeibeamten, die aus einem augenblicklichen Verkehrsbedürfnis heraus zur Regelung des Straßenverkehrs oder zur Beseitigung einer andauernden Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit einem bestimmten Verkehrsteilnehmer erteilt werden, nicht jedoch solche Weisungen, die allein die Verfolgung einer (beendeten) Verkehrsordnungswidrigkeit ermöglichen sollen.

OLG Düsseldorf v. 05.06.1996:
Der Führer eines Kraftfahrzeuges, der von Polizeibeamten zur Durchführung einer Verkehrskontrolle angehalten wird, deren Aufforderung, aus dem Fahrzeug auszusteigen aber nicht nachkommt und stattdessen die Fahrzeugtüren von innen verriegelt, leistet bei der Vornahme der rechtmäßigen Diensthandlung der Polizeibeamten mit Gewalt Widerstand im Sinne des § 113 Abs. 1 StGB.

OLG Hamm v. 20.03.2012:
Gibt ein Polizeibeamter nach einem auffälligen Überholmanöver ein Anhaltezeichen, dient das auch dem Zweck der Kontrolle der Verkehrstüchtigkeit und unterfällt der Regelung des § 36 Abs. 5 StVO, auch wenn das Zeichen zugleich der Verfolgung der durch das Überholen begangenen Ordnungswidrigkeit dient.

VGH München v. 02.07.2014:
Ein Fußgänger verstößt gegen § 11 Abs. 3 Halbsatz 1 StVO, wenn er sich weigerte, die Straßenbahngleise zu verlassen, um einer wartenden Straßenbahn die Weiterfahrt zu ermöglichen, und ihn die im Rahmen des Straßenmusikfestivals zu diesem Zweck eingesetzten Ordner dazu auffordern, und er stattdessen auf dem Recht beharrte, einer Musikdarbietung auch auf den Gleisen zuzuhören.

OLG Zweibrücken v. 20.01.2016:
Eine Anrechnung des von einem Polizeibeamten ausgesprochenen mündlichen Fahrverbots findet in der Vollstreckung nicht statt, § 25 Abs. 6 StVG. Hierzu müsste die Fahrerlaubnis gem. § 111a StPO vorläufig entzogen oder der Führerschein gem. § 94 StPO verwahrt, sichergestellt oder beschlagnahmt werden. - Trotz der Regel des § 25 Abs. 1 Satz 2 StVG kann das AG insbesondere dann, wenn der Betroffene einen Monat oder sogar noch länger von einem wirksamen mündlich ausgesprochenen Fahrverbot ausgegangen sein sollte, von der Anordnung eines Fahrverbots absehen.

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Befolgungsanordnungen:


VGH Mannheim v. 05.12.2002:
Eine generelle Befolgungsanordnung an einen Liegeradfahrer, mit seinem Liegefahrrad vorhandene benutzungspflichtige Radwege zu befahren, ist zulässig, auch wenn dadurch nur ein ohnehin vorhandenes gesetzliches Gebot oder Verbot wiederholt wird.

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Straßenverkehrsrechtliche Verbote:


OVG Bautzen v. 08.01.2015:
Die Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörde als Bauaufsichtsbehörde im Außenverhältnis für Werbeanlagen (§ 60 Satz 2 i. V. m. Satz 1 Nr. 3 SächsBO (juris: BauO SN)) beurteilt sich danach, ob eine straßenverkehrsrechtliche Relevanz besteht. - Eine Entscheidung der Straßenverkehrsbehörde zu der Frage, ob eine Werbeanlage gegen einen Verbotstatbestand aus § 33 StVO verstößt, stellt eine "Zulassung nach Straßenverkehrsrecht" i. S. v. § 60 Satz 1 Nr. 3 SächsBO (juris: BauO SN) dar. Dies gilt nicht nur für eine Entscheidung über die Erteilung einer Ausnahmegenehmigung nach § 46 StVO, sondern auch für die Verneinung des Vorliegens eines Verbotstatbestands aus § 33 StVO, da diese eine Verwirklichung des Vorhabens ermöglicht und damit faktisch zulässt.

VGH München v. 30.04.2015:
Der Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts lässt nicht entnehmen, dass für das Verbot der Werbung außerhalb geschlossener Ortschaften, durch die am Verkehr Teilnehmende in einer den Verkehr gefährdenden oder erschwerenden Weise abgelenkt oder belästigt werden können (§ 33 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 der Straßenverkehrs-Ordnung vom 6.3.2013 [BGBl I S. 367], zuletzt geändert durch Verordnung vom 22.10.2014 [BGBl I S. 1635] – StVO), ein Schadenseintritt „überwiegend wahrscheinlich“ sein müsste. Für die insoweit ausreichende abstrakte Gefahr ist maßgeblich, ob im konkreten Fall eine hinreichende bzw. gewisse Wahrscheinlichkeit für die Gefährdung der Schutzgüter vorliege. Da die Sicherheit des Verkehrs dem Schutz der Rechtsgüter Leib und Leben zu dienen bestimmt ist, miss und darf an das Vorliegen einer Gefährdung kein hoher Anspruch gestellt werden.

Amtsgericht Ibbenbüren v. 03.09.2021:
Widerstand, Beleidigung und falsche Verdächtigung bei Behinderung eines Rettungswagens an Unfallstelle

Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt v. 29.10.2024:
Rechtfertigung von Sachbeschädigung durch Polizeibeamte zur Identitätsfeststellung bei Flucht nach Widerstand

Landgericht Essen v. 23.11.2021:
Freispruch bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wegen unverhältnismäßiger Polizeigewalt und -maßnahmen

Amtsgericht Münster v. 16.11.2018:
Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und versuchte Nötigung nach Handyverstoß bei Verkehrskontrolle

Amtsgericht Lüdinghausen v. 25.01.2016:
Verkehrssicherheit von Fahrzeugreifen: Offen liegende Kordfäden als sicherheitsrelevanter Mangel; Missachtung der Weiterfahrtsuntersagung

OLG Hamm v. 20.08.2024:
Fluchtfahrt vor Polizei: Widerstand und tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte als natürliche Handlungseinheit

Amtsgericht Duisburg-Hamborn v. 26.01.2022:
Zum Verhüllungsverbot im Straßenverkehr bei Tragen eines Niqab und dessen Vereinbarkeit mit der Religionsfreiheit

BGH v. 09.11.2022:
Zum Vorsatz bei Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte durch Zurücksetzen eines Fahrzeugs und Berührung eines Polizeibeamten

BGH v. 13.10.2021:
Zur Beweiswürdigung des bedingten Tötungsvorsatzes beim Abdrängen eines Polizeibeamten im Straßenverkehr

BayObLG v. 07.05.2025:
Vollziehbarkeit von Auflagen einer Ausnahmegenehmigung (§ 46 StVO) für die Ahndung als Ordnungswidrigkeit

OLG Hamm v. 12.02.2019:
Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte (§ 114 StGB): Keine körperliche Berührung oder Verletzungsvorsatz erforderlich

Amtsgericht Düsseldorf v. 26.02.2024:
Zum Schmerzensgeldanspruch eines Polizeibeamten bei rechtswidriger Identitätsfeststellung und typischem Einsatzrisiko

BGH v. 15.01.2015:
Zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte bei Flucht mit dem PKW und unbemerkter Verletzung eines Beamten

BGH v. 23.07.2014:
Räuberischer Angriff auf Kraftfahrer: Beginn des Angriffs bei vorgetäuschter Polizeikontrolle

BVerwG v. 20.10.2015:
Sachliche Zuständigkeit der Straßenverkehrsbehörde bei Maßnahmen zur Ausführung der StVO auf Grundlage der polizeilichen Generalklausel

Amtsgericht Siegen v. 02.07.2013:
Zum Sonntagsfahrverbot für Minisattelzüge und zur Reichweite von Weisungen eines Polizeibeamten

OLG Hamm v. 01.09.2006:
Zur Auskunftspflicht nach § 111 OWiG bei Verkehrskontrolle: Ergänzende mündliche Angaben trotz Vorlage des Personalausweises

OLG Frankfurt am Main v. 10.08.2010:
Weisungen - Verbote

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