OLG Karlsruhe v. 15.09.2005:
Es ist unzulässig, eine die wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters übersteigende Tagessatzhöhe festzusetzen, um die Verhängung eines an sich gebotenen Fahrverbots zu vermeiden.
AG Löbau v. 07.06.2007:
Auch gegenüber dem Fahrer eines Elektrorollstuhls kann ein Fahrverbot verhängt werden, jedoch nur dann, wenn er in der Lage ist, sich mit einem handbetriebenen Rollstuhl fortzubewegen.
OLG Hamm v. 31.01.2017:
Die Anordnung eines Fahrverbots nach § 44 StGB, allein mit der Begründung, die Anordnung einer (gleichzeitig angeordneten isolierten) Fahrerlaubnissperre habe hinsichtlich des Angeklagten keine fühlbaren Auswirkungen, ist rechtsfehlerhaft. Sie verkennt, den Charakter der isolierten Sperrfrist nach § 69a StGB als Maßregel der Besserung und Sicherung. - Der Tatrichter muss bei der Bemessung von Haupt- und Nebenstrafe (hier: Geldstrafe und Fahrverbot) auch das Wechselspiel dieser beiden Strafen erörtern. Haupt- und Nebenstrafe zusammen dürfen die Tatschuld nicht überschreiten.
KG Berlin v. 07.11.2016:
Auf das nach § 44 StGB angeordnete Fahrverbot ist die Schonfristvorschrift des § 25 Abs. 2a StVG nicht entsprechend anwendbar.
LG Düsseldorf v. 28.03.2017:
Zur Entkräftung der Regelwirkung des § 69 Abs. 2 Nr. 2 StGB und zur (verneinten) Verhängung eines Fahrverbots gem. § 44 StGB, wenn seit Begehung der Tat mehr als 20 Monate verstrichen sind, in denen der Beschuldigte beanstandungsfrei am Straßenverkehr teilgenommen hat.
OLG Hamm v. 15.03.2005:
Ein Fahrverbot nach § 44 StGB kann nach langer Zeit - hier zwei Jahren drei Monaten - jedenfalls dann nicht mehr verhängt werden, wenn der Zeitraum zwischen Tat und letzter Tatsacheninstanz nicht in den Verantwortungsbereich des Angeklagten fällt.
BGH v. 07.08.2018:
Fahrverbot und Fahrerlaubnisentziehung bzw. Festsetzung einer isolierten Sperrfrist schließen einander regelmäßig aus. Deshalb kommt ein Fahrverbot neben einer Entziehung der Fahrerlaubnis bzw. der Festsetzung einer isolierten Sperrfrist nur in Betracht, wenn das Gericht dem Täter auch das Fahren mit gemäß § 4 Abs. 1 Satz 2 FeV fahrerlaubnisfreien Fahrzeugen verbieten oder nach § 69a Abs. 2 StGB bestimmte Arten von Kraftfahrzeugen von der Sperre ausnehmen will.
BGH v. 30.07.2025:
Fahrverbot: Teilrechtskraft nach teilweise Urteilsaufhebung
BGH v. 30.07.2025:
Zur horizontalen Teilrechtskraft eines Fahrverbots nach teilweiser Revisionsaufhebung
Amtsgericht Solingen v. 17.10.2011:
Fahrlässige Trunkenheitsfahrt unter Alkohol- und Drogeneinfluss in Tateinheit mit unerlaubtem Betäubungsmittelbesitz; Fahrverbot
Amtsgericht Düsseldorf v. 20.07.2011:
Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr: Fahrverbot statt Entziehung der Fahrerlaubnis trotz Regelfall bei 0,59 Promille BAK
OLG Hamm v. 07.02.2008:
Zur Eignung eines Fahrverbots als Warnungs- und Besinnungsstrafe bei erheblichem Zeitablauf zwischen Tat und Verhängung
OLG Hamm v. 23.07.2007:
Zur Ungeeignetheit eines Fahrverbots als Warnungs- und Besinnungsstrafe bei erheblichem Zeitablauf zwischen Tat und Verhängung.
OLG Köln v. 11.07.2007:
Keine Anrechnung von Haftzeiten eines Freigängers auf die Fahrverbotsfrist nach § 44 Abs. 4 S. 2 StGB