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Alkohol und Unfallversicherung




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Alkohol und Versicherungsrecht

Zur Frage, ob absolute alkoholbedingte Fahruntauglichkeit auch dann zu einer Mithaftung führt, wenn sie sich auf den Unfall nicht kausal ausgewirkt hat

Insassen-Unfallversicherung

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Allgemeines:


OLG Naumburg v. 07.07.2005:
Bei einem Alkoholwert unter 1,1 o/oo ergibt auch eine Addition des Alkohol- und des Drogenwertes keine absolute Fahruntüchtigkeit. Ein Leistungsausschluss nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 AUB 94 kommt somit nur in Betracht, wenn Ausfallerscheinungen oder Fahrfehler festgestellt werden können, die den Schluss auf eine alkohol- oder drogenbedingte Fahruntauglichkeit zum Unfallzeitpunkt zulassen.

OLG Saarbrücken v. 17.07.2006:
Unvollständige und erst recht falsche Angaben des Versicherungsnehmers über einen Alkoholkonsum vor dem Unfall stellen deshalb eine ernsthafte Gefährdung der Interessen des Unfallversicherers dar und führen zur Leistungsfreiheit.

OLG Köln v. 28.09.2012:
Unterhalb des absoluten Grenzwertes, der bei Fußgängern bei etwa 2,0 Promille liegt, setzt eine zur Leistungsfreiheit in der Unfallversicherung führende alkoholbedingte Bewusstseinsstörung voraus, dass entweder alkoholtypische Ausfallerscheinungen vorliegen oder das festgestellte verkehrswidrige Verhalten typischerweise durch Alkoholgenuss bedingt ist. Die Darlegungs- und Beweislast dafür, dass die versicherte Person an einer alkoholbedingten Bewusstseinsstörung litt, trägt der Versicherer, wobei es hinsichtlich der Alkoholisierung grundsätzlich genügt, wenn er sich auf einen im Ermittlungsverfahren festgestellten Blutalkoholkonzentrationswert beruft.

OLG Saarbrücken v. 01.02.2017:
Nähert der alkoholisierte Versicherungsnehmer sich einer ihm als unfallträchtig bekannten Stelle mit einer um mindestens 50 km/h überhöhten Geschwindigkeit, obwohl zwei andere Fahrzeuge vor ihm gerade kurz hintereinander über einen sehr kurzen Fahrstreifen auf die Autobahn aufgefahren waren und erkennbar war, dass mit der Einleitung eines Überholvorgangs durch das hintere Fahrzeug zu rechnen war, ist das nur mit einer alkoholbedingten Bewusstseinsstörung zu erklären. Der Unfallversicherungsschutz ist deshalb ausgeschlossen.

BGH v. 26.02.2025:
Begründung der Feststellung der alkoholbedingten relativen Fahruntüchtigkeit; Einziehung des Fahrzeugs als Mittel zur Tat

VGH München v. 17.03.2026:
MPU-Anordnung bei Trunkenheitsfahrt unter 1,6 Promille: Fehlen signifikanter Ausfallerscheinungen als Zusatztatsache

VGH München v. 22.09.2025:
Fahrerlaubnisentzug bei Alkoholabhängigkeit mit Rückfällen trotz Abstinenz und fehlender Verkehrsauffälligkeit

BGH v. 26.02.2025:
Beweiswürdigung bei relativer Fahruntüchtigkeit: Abgrenzung zu bloßer Alkoholeinwirkung und Ausschluss anderer Ursachen

VGH München v. 07.08.2023:
MPU-Anordnung bei Trunkenheitsfahrt mit 1,34 Promille und hoher Alkoholgewöhnung

VGH München v. 16.10.2023:
Zur Anordnung einer MPU bei Trunkenheitsfahrt mit hoher BAK und geringen Ausfallerscheinungen als Indiz für Alkoholgewöhnung

Landgericht Berlin v. 05.05.2022:
Zur Verkürzung der Sperrfrist nach Trunkenheitsfahrt: Anforderungen an die Nachschulung und Online-Kurse

Oberverwaltungsgericht Saarland v. 15.07.2020:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei Alkoholmissbrauch aufgrund hoher Alkoholtoleranz ohne aktive Verkehrsteilnahme

Oberverwaltungsgericht Bremen v. 13.08.2020:
MPU-Anordnung bei Alkoholmissbrauch und Kontrollverlust außerhalb des Straßenverkehrs für Berufskraftfahrer

OLG Celle v. 09.12.2019:
Zur Strafzumessung bei fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkoholeinfluss und überhöhter Geschwindigkeit

Amtsgericht Berlin Tiergarten v. 31.08.2018:
Keine fahrlässige Trunkenheitsfahrt bei 0,88 Promille BAK ohne Nachweis der Fahrunsicherheit; Fluchtverhalten allein kein Indiz

Oberverwaltungsgericht NRW v. 28.05.2026:
Beweiskraft von Diagnosen spezialisierter Fachkliniken zur Alkoholabhängigkeit im Fahrerlaubnisrecht

Verwaltungsgericht Minden v. 29.12.2022:
Sofortige Vollziehung der Fahrerlaubnisentziehung wegen Nichtvorlage eines MPU-Gutachtens nach Trunkenheitsfahrt (2,73 Promille BAK)

Verwaltungsgericht Köln v. 08.12.2022:
Zur Versagung des Jagdscheins wegen fehlender jagdrechtlicher Zuverlässigkeit bei wiederholten Trunkenheitsfahrten

Verwaltungsgericht Köln v. 18.10.2022:
Neuerteilung der Fahrerlaubnis nach Alkoholfahrten; Anforderungen an MPU-Gutachten

Verwaltungsgericht Köln v. 14.09.2022:
Jagdschein: Fehlende Zuverlässigkeit bei wiederholten Trunkenheitsfahrten mit hohen Promillewerten

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