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Alkoholbedingte Fahruntauglichkeit und Unfallursächlichkeit




Gliederung:


   Einleitung
Weiterführende Links
Allgemeines
Einzelfälle

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Einleitung:


Sowohl bei der Prüfung eines unfallursächlichen Mitverschuldens wie auch im Versicherungsrecht spielt es eine bedeutende Rolle, ob zwischen der Alkoholisierung eines oder mehrerer Beteiligten und dem Unfallgeschehen ein Kausalzusammenhang besteht.

Da bei einer BAK von 1,1 Prom. und mehr unwiderlegbar von absoluter Fahruntauglichkeit ausgegangen wird, spricht dann der sog. Anscheinsbeweis auch für eine Unfallmitverursachung, so dass der betrunkene Fahrer seinerseits den Gegenbeweis führen muss, wenn er der Haftung entgehen will.

Hingegen kommt es im Bereich der sog. relativen Fahruntüchtigkeit (zwischen 0,3 und 1,1 Prom.) darauf an, ob ein alkoholbedingter Fahrfehler vorliegt, der sich mitursächlich auf das Unfallgeschehen ausgewirkt hat.

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Weiterführende Links:


Stichwörter zum Thema Alkohol

Stichwörter zum Thema Kfz-Versicherung

Alkohol und Versicherungsrecht

Zur Frage, ob absolute alkoholbedingte Fahruntauglichkeit auch dann zu einer Mithaftung führt, wenn sie sich auf den Unfall nicht kausal ausgewirkt hat

Unrichtige oder unvollständige Angaben im Schadenfragebogen bzw. verspätete Schadenanzeige

Relevanz-Rechtsprechung

Regressbegrenzung

Deckungsklage und Klagefrist gem. § 12 Abs. 3 VVG

Rückrechnung / Hochrechnung der alkoholischen Beeinflussung aus der BAK oder aus Trinkmengen

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Allgemeines:


OLG Celle v. 10.03.1988:
Bei der Abwägung der Ursachen eines Unfallschadens gem. § 17 StVG ist die durch Trunkenheit des Fahrzeugführers erhöhte Betriebsgefahr eines Fahrzeugs auch dann zu berücksichtigen, wenn nicht nachgewiesen ist, dass die Trunkenheit auf das Unfallgeschehen oder den Schadensumfang eingewirkt hat.

OLG Hamm v. 01.09.1994:
Bei der Haftungsabwägung der beiderseitigen Verursachungsbeiträge nach StVG § 17 bleibt die alkoholische Beeinflussung eines Unfallbeteiligten außer Betracht, wenn nicht feststeht, dass sie sich auch unfallursächlich ausgewirkt hat.

BGH v. 10.01.1995:
Absolute Fahruntüchtigkeit eines am Unfall beteiligten Kfz-Führers infolge Alkoholgenusses darf bei der Abwägung nach StVG § 17 nur berücksichtigt werden, wenn feststeht, dass sie sich in dem Unfall niedergeschlagen hat. Dass dies so war, folgt aus den Grundsätzen des Anscheinsbeweises.

KG Berlin v. 06.03.2003:
Ist derjenige, der aus einer Grundstücksausfahrt in den fließenden Verkehr einfährt, infolge Alkoholgenusses absolut fahruntauglich, und kommt es sodann zu einem unklaren Unfall, dann trifft ihn bei der Haftungsabwägung nur dann ein Mitverschulden, wenn sich seine Alkoholisierung ursächlich auf das Unfallgeschehen ausgewirkt hat.

OLG Brandenburg v. 14.06.2007:
Bei absoluter Fahruntüchtigkeit spricht der Anschein für die Ursächlichkeit der alkoholbedingten Fahrunsicherheit für einen Unfall, vorausgesetzt, dieser hat sich unter Umständen zugetragen, die einem nüchternen Fahrzeugführer keine Schwierigkeiten bereitet hätten.

OLG Hamm v. 28.01.2010:
Dafür, dass eine zum Unfallzeitpunkt vorliegende absolute Fahruntüchtigkeit unfallursächlich ist, spricht ein Anscheinsbeweis, wenn sich der Unfall unter Umständen und in einer Verkehrslage ereignet hat, die ein nüchterner Fahrer hätte meistern können. Die bei einer Blutalkoholkonzentration von mindestens 1,1 Promille vorliegende absolute Fahruntüchtigkeit umschreibt einen Zustand, in dem jeder Fahrzeugführer nicht mehr in der Lage ist, sein Fahrzeug sicher zu führen. Deshalb kann insoweit von der feststehenden Ursache einer solch erheblichen Alkoholisierung unter den soeben genannten Voraussetzungen auf ihre Unfallursächlichkeit geschlossen werden. Es handelt sich um einen typischen Geschehensablauf.

OLG Koblenz v. 03.02.2014:
Ist nicht aufklärbar, ob ein Auffahrunfall auf der Autobahn auf einen überraschenden Fahrspurwechsel des Vorausfahrenden oder auf eine verspätete Reaktion und einen nicht eingehaltenen Sicherheitsabstand des auffahrenden Fahrers zurückzuführen ist, so bleibt auch eine hohe Blutalkoholkonzentration (hier 1,9 Promille) des Auffahrenden außer Betracht, da nicht feststeht, dass sie sich unfallursächlich ausgewirkt hat. In diesem Fall ist eine hälftige Schadensteilung vorzunehmen.

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Einzelfälle:


OLG Hamburg v. 26.01.2000:
Dass der Versicherungsnehmer unter alkoholischer Beeinflussung von 0,89 ‰ bei Schnee in einer leichten Rechtskurve von der Fahrbahn abkommt, rechtfertigt nicht ohne weiteres, von einer grobfahrlässigen Herbeiführung des Unfalls auszugehen.

OLG Brandenburg v. 14.06.2007:
Die bloße Geschwindigkeitsüberschreitung in einer 30-km/h-Zone um 20 km/h fällt nicht derart aus dem Rahmen, dass sie einem nüchternen Fahrzeugführer regelmäßig nicht unterlaufen würde. Kann die Fahrbahn nicht genügend überblickt werden, muss der Fahrer sich eines Einweisers erst bedienen, wenn im Hinblick auf die örtlichen Verhältnisse selbst vorsichtiges Hineintasten in die Fahrbahn ohne Gefährdung des fließenden Verkehrs nicht möglich ist.

OLG Hamm v. 31.05.2022:
Relative Fahruntüchtigkeit: Erforderlichkeit der Mitverursachung von Verhaltensweisen durch Alkoholkonsum

OLG Hamm v. 19.07.2021:
Zur Leistungsfreiheit der Kaskoversicherung bei alkoholbedingter relativer Fahruntüchtigkeit und grober Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers

Landgericht Essen v. 26.10.2021:
Zur Annahme relativer Fahruntüchtigkeit bei fehlendem Fahrfehler, aber Ausfallerscheinungen und geringfügig unter 1,1 Promille BAK

Amtsgericht Soest v. 24.07.2025:
Zur fahrlässigen Tötung und Straßenverkehrsgefährdung bei absoluter Fahruntüchtigkeit und überhöhter Geschwindigkeit; unerlaubtes Entfernen vom Unfallort.

Amtsgericht Neuss v. 26.06.2024:
Zur Verurteilung wegen fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr und Fahren ohne Fahrerlaubnis mit Todesfolge; in dubio pro reo

BayObLG v. 07.05.2026:
Alkoholisierung des Unfallopfers: Keine Relevanz für Schuldspruch und Strafzumessung des Täters bei grob verkehrswidrigem Überholen

BGH v. 25.03.2026:
Zum Gefährdungsvorsatz bei § 315c Abs. 1 StGB bei alkoholbedingter Fahrunsicherheit und Geisterfahrt

BGH v. 10.10.2024:
Annahme nicht ausschließbar aufgehobener Steuerungsfähigkeit bei schwerer Alkoholintoxikation und Verurteilung wegen Vollrauschs

Landgericht Essen v. 24.02.2022:
Alleinige Haftung bei Kollision mit geöffneter Fahrzeugtür trotz Alkoholisierung des Unfallgegners

Amtsgericht Schmallenberg v. 04.08.2021:
Fahrlässige Trunkenheit im Verkehr: Ausnahmsweise keine Entziehung der Fahrerlaubnis bei einmaligem Fehlverhalten

OLG Hamm v. 13.08.2020:
Mängel bei der Feststellung der Blutalkoholkonzentration und Bußgeldbemessung bei 0,5 Promille

Verwaltungsgericht Aachen v. 12.12.2019:
Zur Entziehung der Fahrerlaubnis bei Alkoholmissbrauch: Hohe BAK, ETG-Haaranalyse und kein Einfluss alkoholhaltiger Pflegeprodukte

Amtsgericht Köln v. 26.02.2020:
Zur vorläufigen Entziehung der Fahrerlaubnis bei absoluter Fahruntauglichkeit (2,09 ‰ BAK)

Landgericht Münster v. 02.07.2018:
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OLG Düsseldorf v. 21.10.2016:
Zu den Anforderungen an Feststellungen zur konkreten Gefahr (§ 315c StGB) und zum Vorsatz bei Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB)

OLG Hamm v. 15.09.2016:
Alkoholkrankheit und Strafrahmenverschiebung; Trunkenheitsfahrt mit Roller als erhebliche Straftat (§ 64 StGB)

Landgericht Düsseldorf v. 28.03.2017:
Absehen vom Fahrerlaubnisentzug trotz fahrlässiger Trunkenheit im Verkehr bei entkräfteter Regelwirkung

Landgericht Münster v. 29.06.2017:
Alkoholbedingte Bewusstseinsstörung eines Fußgängers auf der Fahrbahn als Leistungsausschluss in der Unfallversicherung

Landgericht Aachen v. 27.04.2012:
Zur Leistungsfreiheit der Versicherung bei alkoholbedingter Bewusstseinsstörung des Versicherungsnehmers als Unfallursache

BSG v. 13.11.2012:
Zur fehlenden Anerkennung eines Wegeunfalls bei absoluter Fahruntüchtigkeit infolge Alkoholkonsums

Amtsgericht Düren v. 15.08.2012:
Zur Leistungskürzung der Kfz-Versicherung bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalls durch relative Fahruntüchtigkeit (0,54 Promille)

Amtsgericht Düren v. 29.06.2011:
Regress des Kfz-Haftpflichtversicherers bei vorsätzlicher Obliegenheitsverletzung durch Trunkenheit am Steuer

Landgericht Düsseldorf v. 31.03.2011:
Absolute Fahruntauglichkeit: Vermutung grober Fahrlässigkeit und Regressanspruch des Kfz-Versicherers

OLG Düsseldorf v. 23.12.2010:
Leistungskürzung in der Vollkaskoversicherung bei alkoholbedingter grober Fahrlässigkeit

Landgericht Wuppertal v. 07.10.2010:
Zur grob fahrlässigen Obliegenheitsverletzung bei Trunkenheit am Steuer (1,99 Promille) und fehlendem Nachweis der Schuldunfähigkeit.

OLG Hamm v. 25.08.2010:
Zur Quotenbildung bei alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit im Versicherungsrecht und Verwertbarkeit von Blutalkoholbefunden

Amtsgericht Siegen v. 30.11.2012:
Regress des Kfz-Haftpflichtversicherers bei grob fahrlässiger Pflichtverletzung durch Alkoholfahrt und relative Fahruntüchtigkeit

OLG Köln v. 03.08.2010:
Anforderungen an die Beweiswürdigung von Ausfallerscheinungen bei relativer Fahruntüchtigkeit

OLG Hamm v. 28.01.2010:
Absolute Fahruntüchtigkeit: Berücksichtigung bei Verursachungsbeiträgen und Anscheinsbeweis für Unfallursächlichkeit.

Landgericht Bonn v. 13.10.2009:
Haftung bei Verkehrsunfall: Absolute Fahruntüchtigkeit des Fahrers und Mitverschulden des Fußgängers beim Überqueren der Fahrbahn

Landgericht Münster v. 24.09.2009:
Kaskoversicherung: Leistungskürzung auf 'Null' bei alkoholbedingter absoluter Fahruntüchtigkeit

Landgericht Köln v. 13.08.2009:
Zur Haftung bei grob fahrlässig herbeigeführtem Unfall unter Alkoholeinfluss und fehlender Einsichtsfähigkeit (§ 827 BGB)

Amtsgericht Düsseldorf v. 29.01.2009:
Zur Verneinung grober Fahrlässigkeit bei Verletzung der doppelten Rückschaupflicht vor Wendevorgang und Alkoholisierung

Amtsgericht Düsseldorf v. 15.05.2007:
Zum Regressanspruch der Kfz-Haftpflichtversicherung bei Unfall unter hochgradiger Alkoholisierung des Fahrers

Amtsgericht Düsseldorf v. 26.02.2007:
Regress der Kfz-Haftpflichtversicherung bei Trunkenheitsfahrt des berechtigten Nutzers und hoher Blutalkoholkonzentration

Landgericht Düsseldorf v. 26.01.2007:
Leistungsfreiheit der Vollkaskoversicherung bei grober Fahrlässigkeit durch absolute Fahruntüchtigkeit (>1,1 Promille)

OLG Köln v. 06.12.2006:
Anscheinsbeweis der Unfallursächlichkeit bei alkoholbedingter Bewusstseinsstörung von Radfahrern und Fußgängern

OLG Düsseldorf v. 28.11.2006:
Zur grob fahrlässigen Herbeiführung eines Unfalls bei absoluter Fahruntüchtigkeit und überhöhter Geschwindigkeit

Amtsgericht Düren v. 12.04.2006:
Grobe Fahrlässigkeit eines Repräsentanten bei alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit in der Kaskoversicherung

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 04.04.2013:
Trunkenheitsklausel

Landessozialgericht Baden-Württemberg v. 17.10.2006:
Fahruntüchtigkeit (Alkohol)

Landgericht Kaiserslautern v. 18.10.2004:
Rückrechnung

OLG Köln v. 07.05.2004:
Trunkenheitsklausel

OLG Düsseldorf v. 31.10.2003:
Trunkenheitsklausel

OLG Köln v. 05.08.2003:
Führen eines Fahrzeugs

OLG Köln v. 06.05.2003:
Trunkenheitsklausel

OLG Köln v. 29.10.2002:
Trunkenheitsklausel

OLG Köln v. 18.01.2000:
Trunkenheitsklausel

OLG Köln v. 09.06.1998:
Absolute Fahruntüchtigkeit

OLG Köln v. 17.03.1998:
Absolute Fahruntüchtigkeit

OLG Köln v. 29.04.1997:
Fahruntüchtigkeit (Alkohol)

OLG Hamm v. 17.01.1997:
Fahruntüchtigkeit (Alkohol)

OLG Köln v. 26.01.1995:
Beleuchtung (Fahren ohne ...)

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 12.10.2022:
Fahruntüchtigkeit (Alkohol)

Landgericht Berlin v. 04.10.2023:
Radfahrer und Alkohol

KG v. 03.05.2022:
actio libera in causa

Landgericht Aurich v. 20.12.2016:
Fahruntüchtigkeit (Alkohol)

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