Das Verkehrslexikon

A     B     C     D     E     F     G     H     I     K     L     M     N     O     P     Q     R     S     T     U     V     W     Z    

Alkohol und Zivilrecht




Gliederung:


-   Einleitung
-   Weiterführende Links
-   Allgemeines
-   Kausalität
-   Mitverschulden des Mitfahrers
-   Haftungsverteilung bei verschiedenen Alkohol-Unfällen
-   Arbeitsrecht



Einleitung:


In der Unfallregulierung spielen Alkoholprobleme in folgenden Hauptfällen eine bedeutende Rolle:

-  bei der Prüfung, ob zwischen Alkoholisierung und Unfall ein Kausalzusammenhang besteht;

-  bei der Frage, ob einem Insassen einen von einem Betrunkenen geführten Fahrzeug ein Mitverschuldensvorwurf gemacht werden kann;

-  bei Haftungsabwägung, wenn alkoholisierte Verkehrsteilnehmer beteiligt sind;

-  bei versicherungsrechtlichen Folgebeurteilungen.

- nach oben -



Weiterführende Links:


Stichwörter zum Thema Alkohol

Alkohol allgemein

Alkohol und Zivilrecht

Alkohol und Verwaltungsrecht

Alkohol und Versicherungsrecht

Inline-Skates

Kausalität

Führen eines Fahrzeugs

- nach oben -



Allgemeines:


OLG München v. 23.01.2015:
Ist ein überholender Kfz-Führer mit 1,04 Promille alkoholisiert, wird dadurch bei einem Unfall mit einem sorgfaltswidrig nach links abbiegenden Fahrer der gegen den Linksabbieger sprechenden Anscheinsbeweis nicht berührt.

OLG München v. 30.10.2015:
Steht nach Durchführung der Beweisaufnahme fest, dass der Beklagte gegen das auch den Gegenverkehr schützende Rechtsfahrgebot verstoßen hat und bestand zudem eine Alkoholisierung im Bereich der absoluten Fahruntüchtigkeit, so tritt angesichts dieses schweren Verkehrsverstoßes die Betriebsgefahr des klägerischen Fahrzeugs zurück.

- nach oben -



Kausalität:


Alkohol, Fahruntauglichkeit und Unfallkausalität

- nach oben -



Mitverschulden des Mitfahrers:


Alkoholisierter Kfz-Führer und Mitverschulden des Beifahrers an eigenen Verletzungen

- nach oben -



Haftungsverteilung bei verschiedenen Alkohol-Unfällen:


AG Erkelenz v. 02.02.1996:
Haftungsverteilung 50 zu 50 zwischen betrunkenem auf der Straße stehendem Radfahrer und Pkw-Führer, der mit 60 km/h bei Dunkelheit das Sichtfahrgebot verletzt

OLG Hamm v. 31.01.1994:
Überquert ein alkoholisierter Fußgänger eine Straße bei Rotlicht, so handelt er zwar grob fahrlässig, aber den Pkw-Fahrer trifft dennoch eine Mithaftung von 1/3, wenn er die zulässigen 50 km/h um 10 km/h überschritten hat und der Unfall bei Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit vermeidbar gewesen wäre.

OLG Celle v. 13.05.2004:
Zur Haftungsverteilung bei einem Zusammenstoß Pkw/Pferd zwischen dem mit 70 km/h innerorts und auf Warnhinweise nicht reagierenden Pkw-Fahrer (2/3) und dem Pferdehalter (1/3). Bei der Abwägung wertet der Senat das Verschulden des alkoholisierten Kfz-Führers, der die Warnhinweise einer Zeugin aufgrund egoistischer Motive (70 km/h innerorts und ganz offensichtlich herabgesetzte Aufmerksamkeit infolge Alkoholeinwirkung) einfach ignoriert hat, als grob fahrlässig. Demgegenüber kann dem Tierhalter nur einfache Fahrlässigkeit angelastet werden.

OLG Stuttgart v. 26.10.2006:
Kollidiert ein alkoholbedingt absolut fahruntüchtiger Fahrer infolge einer wesentlichen Überschreitung der Mittellinie mit einem Fahrzeug des Gegenverkehrs, dessen Fahrer das Rechtsfahrgebot nicht beachtet hat, muss sich der Fahrer bzw. Halter des entgegenkommenden Fahrzeugs wegen dieses Verkehrsverstoßes trotz groben Verschuldens des alkoholisierten Fahrers einen Mitverschuldensanteil von 20 % anrechnen lassen.

OLG Köln v. 25.11.2010:
Das allenfalls leichte Verschulden eines Kfz-Führers und die Betriebsgefahr des von ihm geführten Fahrzeugs treten hinter dem groben Eigenverschulden eines stark alkoholisierten Fußgängers, der dunkel gekleidet bei Dunkelheit auf der dunklen Fahrbahn liegt, vollständig zurück.

AG Köln v. 20.05.2014:
Bei der Kollision eines Kraftfahrzeugs, dessen Führer aufgrund seiner Blutalkoholkonzentration von 1,33 Promille absolut fahruntüchtig ist, mit einem auf einem markierten Schutzstreifen im absoluten Halteverbot abgestellten Fahrzeug ist aufgrund der Unfallursächlichkeit der erheblichen Alkoholisierung von einer Alleinhaftung des fahruntüchtigen Fahrers auszugehen.

- nach oben -



Alkohol und Versicherung:


Alkohol und Kfz-Versicherung

Grobfahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalls

EuGH v. 30.06.2005:
Ein Haftungsausschluss für Personenschäden wegen eigenen Verschuldens der Insassen in Versicherungsbedingungen ist unzulässig. - nach oben -



Arbeitsrecht:


Kündigung eines Mitarbeiters wegen Führerscheinverlust

Amtsgericht München v. 16.03.2026:
Zur 100%igen Haftung des E-Scooter-Fahrers bei Falschfahrt auf dem Radweg unter Alkoholeinfluss und mit Mitfahrer

OLG Düsseldorf v. 18.02.2025:
Haftung des Car-Sharing-Kunden bei Fahrzeugschaden unter Alkoholeinfluss und AGB-Verstoß

OLG Hamm v. 31.05.2022:
Relative Fahruntüchtigkeit: Erforderlichkeit der Mitverursachung von Verhaltensweisen durch Alkoholkonsum

OLG Hamm v. 19.07.2021:
Zur Leistungsfreiheit der Kaskoversicherung bei alkoholbedingter relativer Fahruntüchtigkeit und grober Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers

OLG Düsseldorf v. 17.06.2016:
Zur Beweislast für Unzurechnungsfähigkeit bei Regressansprüchen des Kfz-Versicherers nach Drogenfahrt

Landgericht Münster v. 29.06.2017:
Alkoholbedingte Bewusstseinsstörung eines Fußgängers auf der Fahrbahn als Leistungsausschluss in der Unfallversicherung

Landgericht Bielefeld v. 01.09.2014:
Zur Haftung bei tödlichem Verkehrsunfall: Mitverschulden des Beifahrers bei Fahrt mit alkoholisiertem Fahrer

BAG v. 15.11.2012:
Zur Arbeitnehmerhaftung bei grob fahrlässiger Schädigung eines Dienstfahrzeugs unter Alkoholeinfluss

OLG Hamm v. 25.08.2010:
Zur Quotenbildung bei alkoholbedingter Fahruntüchtigkeit im Versicherungsrecht und Verwertbarkeit von Blutalkoholbefunden

OLG Hamm v. 28.01.2010:
Absolute Fahruntüchtigkeit: Berücksichtigung bei Verursachungsbeiträgen und Anscheinsbeweis für Unfallursächlichkeit.

Amtsgericht Köln v. 25.11.2005:
Zum Schadensersatzanspruch des Taxifahrers bei Erbrechen des Fahrgastes nach Alkoholkonsum

Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 21.04.2009:
Beifahrer

OLG Düsseldorf v. 03.04.1974:
Moped

Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg v. 12.02.2020:
Fahrlässigkeit (Alkoholfahrt)

Landgericht Berlin v. 04.10.2023:
Radfahrer und Alkohol

- nach oben -



Datenschutz    Impressum