Das Verkehrslexikon

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Radfahrer im Verkehrsrecht




Gliederung:


   Einleitung

Weiterführende Links

Allgemeines

Fixie-Fahrrad / Bahnrad-Benutzung

Fahrrad mit Hilfsmotor

Fahrrad-Sonderformen

Straßenradrennen

Sonderveranstaltungen für Radfahrer

Radfahrerbezogene Verkehrszeichen




Einleitung:


Die nicht motorisierten und nicht von der stoßabsorbierenden Hülle geschützten Radfahrer sind im Straßenverkehr besonderer Gefährdung ausgesetzt, was von Kfz-Führern häufig nicht genügend beachtet wird, insbesondere bei der Einhaltung eines ausreichenden Seitenabstandes.

Statt eines möglichst konfliktfreien Miteinander auf den Straßen führen das Radfahrer- und das Kfz-Führerlager oftmals einen rein ideologisch geprägten Vorwurfskampf gegeneinander, der in der Folge sodann über die Verallgemeinerung wechselseitiger Vorwürfe zu einem nicht hinnehmbaren Toleranzverlust führt.

Erfreulicherweise zeigt sich das Straßenverkehrsrecht von diesen Stellungskämpfen relativ unbeeindruckt, wenngleich aus Unfallbekämpfungsmotiven von den Radfahrern ein ziemlich erbitterter Kampf gegen eine nach ihrer Auffassung zu weit gehende Radwegebenutzungspflicht geführt wird.

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Weiterführende Links:


Stichwörter zum Thema Fahrrad

Radfahrer im Verkehrsrecht

Der Schutzstreifen für Radfahrer (Angebotsstreifen)

Unfälle mit Radfahrerbeteiligung

Radweg und Radwegbenutzung

Fahrradparken auf Gehweg und in Fußgängerzonen

Alkoholproblematik und MPU-Anordnung bei Radfahrern

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Allgemeines:


OLG Celle v. 15.01.2004:
Auch wenn Radfahrer bei genügendem Platz rechts überholen dürfen, so muß ein Kfz-Führer doch nicht von vornherein rechts genug Platz dafür freilassen.

KG Berlin v. 03.06.2004:
Radfahrer dürfen über Zebrastreifen "rollern".

OLG Frankfurt am Main v. 12.09.2007:
Das Gebot für Radfahrer, hintereinander zu fahren, gilt nicht ausnahmslos. Vielmehr dürfen Radfahrer gemäß § 2 Abs. 4 Satz 1 StVO auch nebeneinander fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht behindert wird.

VG Münster v. 11.07.2008:
Das Abstellen von Fahrrädern auf Gehwegen oder anderen dem Fußgängerverkehr vorbehaltenen öffentlichen Verkehrsflächen ist eine straßenverkehrsrechtlich grundsätzlich zugelassene Nutzung. Ein in einem Fußgängerbereich vor einem Bahnhof abgestelltes Fahrrad, welches die für den Fußgängerverkehr bestimmte Verkehrsfläche um lediglich 70 cm verkürzt darf nicht „abgeschleppt“ und auf eine Sammelstelle umgesetzt werden.

OVG Lüneburg v. 12.03.2009:
Der Eigentümer eines Fahrrades, der dieses auf einem Bahnhofvorplatz neben zwei mit der Rückenlehne aneinander gestellten Bänken abstellt und es mit einem plastikummantelten Fahrradschloss an der Armlehne einer Bank sichert, muss die Kosten der Ersatzvornahme für ein Entfernen des Fahrrades nicht tragen. Es fehlt insoweit an einer nachhaltigen Beeinträchtigung von Passanten (insbesondere Rollstuhlfahrern) und Bankbenutzern, wenn ausreichend Platz vorhanden ist und keine gravierende Störung verursacht worden ist.

VG Minden v. 22.10.2009:
Beschränkungen und Verbote des fließenden Verkehrs dürfen nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Beeinträchtigung der in den vorstehenden Absätzen genannten Rechtsgüter erheblich übersteigt, § 45 Abs. 9 Satz 2 StVO. Nach dieser Bestimmung setzt eine verkehrsbehördliche Anordnung das Vorhandensein besonderer, zu einer solchen Regelung zwingender Umstände voraus, wobei solche Umstände bezogen auf den fließenden Verkehr nur bei einer aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse bestehenden außergewöhnlichen Gefahrenlage gegeben sind. In diesem Rahmen ist auch ein Schild zulässig, das an einer Baustelle das Radfahren verbietet.



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Fixie-Fahrrad/Bahnrad-Benutzung:


VG Berlin v. 06.05.2010:
Die Benutzung eines Bahnrades ("Fixie-Fahrrades") im öffentlichen Straßenverkehr stellt eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar, sofern dieses nicht über zwei voneinander unabhängige Bremsvorrichtungen verfügt. Die starre Nabe des Bahnrades ist keine Bremse im Sinne des § 65 StVZO. Wird ein Verkehrsteilnehmer wiederholt mit einem Bahnrad ohne Bremsen im öffentlichen Straßenverkehr angetroffen und anlässlich des ersten Antreffens auf eine Sicherstellung des Bahnrades im Wiederholungsfall hingewiesen, so ist eine dann erfolgende Sicherstellung nicht unverhältnismäßig.



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Fahrrad mit Hilfsmotor:


AG Ahrensburg v. 20.08.2009:
Ein Fahrrad mit Hilfsmotor (hier: "Saxonette") ist ein Kraftfahrzeug. Ein Unfall mit einem Fahrrad mit Hilfsmotor ereignet sich bei dessen Betrieb, auch wenn es gerade nur mit Körperkraft fortbewegt und der Hilfsmotor nicht verwendet wird.



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Fahrrad-Sonderformen:


Fahrrad-Rikscha - Fahrrad-Taxi - Liegefahrrad - Bierbike

Fahrrad und Radfahren im Verwaltungsrecht



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Straßenradrennen:


Rennradfahrer - Rennräder

OLG Hamm v. 11.04.2008:
Sind bei einem Straßenradrennen an einer Kreuzung zur Regelung des Verkehrs „bei Bedarf“ Polizeibeamte eingesetzt, die in der ersten Runde das Rennfeld vor dem an sich bevorrechtigten (Quer)Verkehr der übergeordneten Straße abgeschirmt haben, darf ein Rennteilnehmer auch dann in späteren Runden eine eben solche Regelung erwarten, wenn er außerhalb eines geschlossenen Feldes als Einzelfahrer den Kreuzungsbereich durchfahren will.



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Sonderveranstaltungen für Radfahrer:


Fahrrad und Radfahren im Verwaltungsrecht



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Radfahrerbezogene Verkehrszeichen:


Verkehrszeichen

Anfechtung von Verkehrszeichen VGH Mannheim v. 10.02.2011:
Zum Vorliegen der Voraussetzungen des § 45 Abs. 9 Satz 2 StVO für ein durch das Zeichen 254 angeordnetes Verkehrsverbot. Erforderlich ist eine entsprechende konkrete Gefahr, die auf besonderen örtlichen Verhältnissen beruht. Radfahrer können bei Anwendung der gebotenen Aufmerksamkeit das für sie infolge von verschwenkten Straßenbahngleisen bestehende Sturzrisiko ohne weiteres erkennen und sich darauf einstellen. Insbesondere können sie notfalls anhalten, um die Gleise, sobald es die Verkehrslage zulässt, in einem für sie günstigeren Winkel zu überqueren.

Landgericht Münster v. 30.05.2018:
Nötigung im Straßenverkehr durch Blockieren von Kraftfahrzeugen mittels Fahrrad

OLG München v. 16.02.2022:
Zur Haftungsverteilung bei einem Unfall eines Radfahrers, der über einen abgesenkten Bordstein in eine Fußgängerfurt einfährt.

OLG München v. 22.10.2025:
Zur Anwendbarkeit von StVO-Regeln im verkehrsberuhigten Bereich bei Fahrradunfall und Haftungsverteilung

Landgericht Münster v. 28.11.2022:
Zur Haftung bei Kollision zweier Radfahrer auf einem Geh- und Radweg mit streitiger Nutzungserlaubnis für den Gegenverkehr

Amtsgericht München v. 11.04.2022:
Zum unerlaubten Entfernen vom Unfallort nach Fahrradunfall, verursacht durch einen freilaufenden Hund

Landgericht Münster v. 22.10.2021:
Zur Haftung bei Verkehrsunfall zwischen Pkw und Fahrradfahrer und Mitverschulden des Pkw-Fahrers bei unaufklärbarem Unfallhergang

OLG Düsseldorf v. 23.07.2019:
Zur Haftung bei Kollision zwischen rechtsabbiegendem LKW und rechts überholendem Radfahrer im toten Winkel

OLG Hamm v. 30.09.2020:
Zur Beherrschbarkeit eines tiefer liegenden, unbefestigten Seitenstreifens als Gefahrenstelle für Radfahrer

OLG Hamm v. 27.05.2019:
Radfahrer auf Fußgängerüberweg: Haftung und Schmerzensgeldbemessung bei Kollision mit Pkw

OLG Hamm v. 02.01.2018:
Vollständiges Zurücktreten der Betriebsgefahr eines PKW hinter Vorfahrtsverstoß eines Fahrradfahrers

OLG Köln v. 14.09.2017:
Verkehrssicherungspflicht für Rennradfahrer: Gesteigerte Sorgfaltspflicht bei Straßenschäden

Landgericht Krefeld v. 15.11.2018:
Zum Mitverschulden eines Radfahrers beim Überholen eines rechtsabbiegenden LKW im Kreuzungsbereich

Landgericht Essen v. 30.09.2016:
Haftungsverteilung bei Kollision Pkw/Radfahrer auf linkem Radweg entgegen der Fahrtrichtung: 80% Pkw, 20% Radfahrer

Landgericht Bielefeld v. 29.09.2016:
Zur Sorgfaltspflicht eines Radfahrers an einer unübersichtlichen Kreuzung und der Pflicht zur Geschwindigkeitsreduzierung bis zum Stillstand

Verwaltungsgericht Aachen v. 23.05.2023:
Zur Anordnung einer Fahrradstraße nach § 45 Abs. 1b Satz 1 Nr. 5 Alt. 2 StVO zur Unterstützung der städtebaulichen Entwicklung

Verwaltungsgericht Gelsenkirchen v. 11.02.2022:
Zur Klagebefugnis gegen die Einrichtung von Fahrradstraßen und deren Rechtmäßigkeit

Verwaltungsgericht Minden v. 25.03.2021:
Zur Bestandskraft einer Anordnung zur Radwegbenutzungspflicht auf einem gemeinsamen Geh- und Radweg

Landgericht Essen v. 27.06.2023:
Zur Haftungsverteilung bei Kollision beim Einfahren aus Grundstück auf Fahrradschutzweg und abgelenktem Bevorrechtigten.

OLG Düsseldorf v. 16.10.2019:
Verkehrssicherungspflicht bei überwucherter Bordsteinkante für Radfahrer

OLG Hamm v. 16.05.2018:
Vorfahrt auf dem Seitenstreifen; Mitverschulden bei Fahrradkollision durch unaufmerksames Fahren (gesenkter Kopf)

Landgericht Bielefeld v. 10.05.2019:
Verkehrssicherungspflicht für Radwege: Kollision mit mittigem Sperrpfosten und Anforderungen an dessen Erkennbarkeit

Amtsgericht Offenburg v. 22.05.2026:
Vorfahrt von Radfahrern an Kreisverkehren bei Nutzung eines in beide Richtungen freigegebenen Radwegs

Landgericht Münster v. 04.05.2018:
Mitverschulden Radfahrer auf nicht freigegebenem Radweg; Zurechnung psychischer Folgeschäden bei Vulnerabilität

OLG Hamm v. 08.01.2016:
Alleinhaftung des Radfahrers bei Kollision nach Verlassen des Radwegs über durchgezogene Linie und anschließendem Linksabbiegen

Oberverwaltungsgericht NRW v. 24.06.2025:
Verkehrsbeschränkungen auf Fahrradstraßen mit zugelassenem Kfz-Verkehr; Voraussetzungen nach § 45 Abs. 9 StVO

Verwaltungsgericht Düsseldorf v. 25.02.2025:
Zur zweifelhaften Vereinbarkeit eines geschützten Radfahrstreifens ("Protected Bike Lane") mit der StVO

Oberverwaltungsgericht NRW v. 07.02.2023:
Zur Klagebefugnis einer Immobilienverwaltungsgesellschaft gegen die Anordnung einer Fahrradstraße mit freigegebenem Kraftfahrzeugverkehr.

Oberverwaltungsgericht NRW v. 01.02.2023:
Anordnung von Fahrradstraßen: Zwingende Erforderlichkeit und Ermessen der Straßenverkehrsbehörde

Verwaltungsgericht Münster v. 11.11.2021:
Zur Einrichtung einer Fahrradstraße im Außenbereich und der Einschätzungsprärogative von Straßenverkehrsbehörden

Verwaltungsgericht Minden v. 06.04.2021:
Zur Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht auf einer Landesstraße bei fehlenden Voraussetzungen nach § 45 Abs. 9 StVO

Verwaltungsgericht Köln v. 29.03.2021:
Zur Aufhebung der Zulassung von Radverkehr in Gegenrichtung einer Einbahnstraße aufgrund von Sicherheitsbedenken

Verwaltungsgericht Köln v. 01.09.2017:
Zur Rechtmäßigkeit der Anordnung einer Radwegebenutzungspflicht bei qualifizierter Gefahrenlage durch Schwerlastverkehr

Verwaltungsgericht Köln v. 25.07.2014:
Zur Anordnung einer Radwegbenutzungspflicht bei hoher Verkehrsbelastung und Mängeln am Radweg

Verwaltungsgericht Köln v. 25.07.2014:
Anforderungen an die Anordnung einer Radwegbenutzungspflicht

Verwaltungsgericht Köln v. 09.05.2014:
Zur Radwegbenutzungspflicht auf der Auffahrt zur Severinsbrücke bei hoher Verkehrsbelastung und beengten Verhältnissen

OLG Köln v. 29.08.2007:
Alleinhaftung des Radfahrers bei Vorfahrtsverstoß trotz Betriebsgefahr des Kfz

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