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Absehen vom Regelfahrverbot bei Abstandsverstößen
Gliederung:
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Stichwörter zum Thema Fahrverbot
Fahrverbot im Strafverfahren
Regelfahrverbot
Fahrverbot bei Rotlichtverstößen - Einzelfälle
Fahrverbot bei Geschwindigkeitsüberschreitungen - Einzelfälle
Absehen vom Fahrverbot allgemein
Fahrverbot und sog. Augenblicksversagen
Absehen vom Fahrverbot wegen Existenzgefährdung oder drohendem Verlust des Arbeitsplatzes
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Allgemeines:
OLG Bamberg v. 28.12.2011:
Von einem wegen Unterschreitung des Mindestabstandes von einem vorausfahrenden Fahrzeug nach § 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 BKatV verwirkten Regelfahrverbot im Sinne von § 25 Abs. 1 Satz 1 1. Alt. StVG darf nicht allein mit der Begründung abgesehen werden, dass der die Fahrverbotsanordnung indizierende untere Tabellengrenzwert (sog. "Fahrverbotsschwelle") nur knapp unterschritten wurde (u.a. Anschluss an OLG Köln VRS 105, 296ff. und OLG Hamm, Beschluss vom 12. Juni 2009, 3 Ss OWi 68/09).
OLG Bamberg v. 17.09.2015:
Von der Anordnung eines Regelfahrverbotes wegen eines Abstandsverstoßes kann nicht mit der Begründung abgesehen werden, das nachfolgende Fahrzeug sei auf der Beobachtungsstrecke gefahrvoll auf den Betroffenen aufgefahren, wenn dieser bereits zuvor den Mindestabstand zum vorausfahrenden Fahrzeug in pflichtwidriger Weise unterschritten (Fortführung von OLG Bamberg, Beschluss vom 25. Februar 2015, 3 Ss OWi 160/15, NJW 2015, 1320 = DAR 2015, 396). - Der gegen die Anordnung eines Regelfahrverbotes wegen eines Abstandsverstoßes vorgebrachte Einwand, ein unerwarteter Spurwechsel des vorausfahrenden Fahrzeugs vor der Beobachtungsstrecke bei gleichzeitigem gefahrvollen Auffahren des nachfolgenden Fahrzeugs ist nur beachtlich, wenn es dem Betroffenen bis zur Messung weder möglich war, die durch das Ausscheren des vorausfahrenden Fahrzeugs geschaffene Lücke auf der benachbarten Fahrspur zu nutzen, noch durch behutsame Verringerung der eigenen Geschwindigkeit den Abstand zum Vordermann signifikant zu steigern.
OLG Bamberg v. 06.11.2018:
Macht der Betroffene anlässlich eines ihm vorgeworfenen und mit einem Regelfahrverbot geahndeten Abstandsverstoßes geltend, auf die Funktion eines in seinem Fahrzeug als Bestandteil eines Fahrerassistenz-Pakets verbauten sog. Abstandspiloten vertraut zu haben, ist dies mit der ordnungsgemäßen Erfüllung der Pflichten eines Fahrzeugführers unvereinbar; erst recht scheidet die Anerkennung eines privilegierenden sog. Augenblicksversagens aus.
OLG Düsseldorf v. 03.11.2023:
Unzureichende Feststellungen zur Fahrlässigkeit bei Abstandsverstoß und zum Absehen vom Fahrverbot trotz Vorbelastung
Amtsgericht Lüdinghausen v. 18.01.2016:
Kein Absehen vom Fahrverbot bei doppelter Berufstätigkeit und gesichertem Familieneinkommen ohne konkrete Existenzgefährdung
BayObLG v. 10.05.2021:
Zur Frage des Absehens von einem Fahrverbot bei beharrlichem Pflichtenverstoß trotz bereits verbüßten Fahrverbots
Landgericht Wuppertal v. 12.10.2018:
Aufhebung eines Fahrverbots im Berufungsverfahren bei Existenzgefährdung eines Taxifahrers
Amtsgericht Lüdinghausen v. 23.05.2016:
Zum Absehen vom Fahrverbot bei drohendem Arbeitsplatzverlust in der Probezeit
OLG Hamm v. 01.02.2008:
Zur Verwertbarkeit eines Geständnisses bei Abstandsunterschreitung und den Anforderungen an eine unzumutbare Härte für das Absehen vom Fahrverbot
Amtsgericht Eilenburg v. 20.02.2026:
Zum Abstandsverstoß auf der Autobahn bei Kolonnenfahrt und dichtem Hintermann: Reduziertes Verschulden
Saarländisches Oberlandesgericht Saarbrücken v. 12.02.2013:
Absehen vom Fahrverbot
OLG Koblenz v. 15.10.2025:
Augenblicksversagen (Fahrverbot)
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