Von einem Reparaturschaden spricht man, wenn die nach einem Unfall prognostizierten Reparaturkosten niedriger sind als der Wiederbeschaffungswert; hierbei wird der Rest (also der Wert des Unfallfahrzeugs in beschädigtem Zustand) nicht berücksichtigt.
Erst wenn keine konkrete Reparaturdurchführung nachgewiesen, sondern der Schaden fiktiv bzw. abstrakt ("auf Gutachtenbasis") abgerechnet werden soll, muss durch eine sog. Vergleichskontrollrechnung geklärt werden, ob die Reparaturkosten einerseits oder die Summe aus Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert andererseits einen niedrigeren Betrag ergibt; lediglich auf diesen niedrigeren Betrag besteht bei dieser Art der Schadensabrechnung ein Anspruch.
BGH v. 29.04.2003:
Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch einen Unfall verursachten Fahrzeugschadens die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug tatsächlich reparieren läßt und weiter nutzt. Die Qualität der Reparatur spielt jedenfalls so lange keine Rolle, als die geschätzten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen.
BGH v. 23.05.2006:
Der Geschädigte kann zum Ausgleich des durch einen Unfall verursachten Fahrzeugschadens, der den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigt, die vom Sachverständigen geschätzten Reparaturkosten bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswerts ohne Abzug des Restwerts verlangen, wenn er das Fahrzeug - gegebenenfalls unrepariert - mindestens sechs Monate nach dem Unfall weiter nutzt.
BGH v. 05.12.2006:
Lässt der Geschädigte das Fahrzeug reparieren, kann er grundsätzlich Ersatz der Reparaturkosten verlangen, wenn diese den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen; das gilt auch, wenn er das Fahrzeug nach der Reparatur sofort veräußert.
BGH v. 03.03.2009:
Kommt es beim Kraftfahrzeughaftpflichtschaden für den Umfang des Schadensersatzes darauf an, ob die vom Sachverständigen kalkulierten Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert übersteigen, ist in der Regel auf die Bruttoreparaturkosten abzustellen.
AG Nauen v. 08.09.2014:
Der Geschädigte darf nach dem Unfallgeschehen nicht nur die Reparaturkostenübernahme der beklagten Haftpflichtversicherung, sondern auch das Gutachten des beauftragten Sachverständigen abwarten, um letztlich tatsächlich die Reparatur ausführen zu lassen.
Landgericht Essen v. 04.11.2024:
Zur Erstattung tatsächlicher Reparaturkosten nach Verkehrsunfall bei Unterschreitung des Wiederbeschaffungswertes
Amtsgericht Wuppertal v. 06.07.2016:
Zur fiktiven Abrechnung von Reparaturkosten vor Ablauf der 6-Monats-Frist bei vollständiger Eigenreparatur und Nutzungswillen
Landgericht Bonn v. 01.12.2017:
Zur Begrenzung des Schadensersatzes auf Wiederbeschaffungsaufwand bei unrepariertem Verkauf des Unfallfahrzeugs
Amtsgericht Bonn v. 02.09.2023:
Anforderungen an den Verweis auf eine günstigere Alternativwerkstatt bei fiktiver Abrechnung von Unfallschäden
Landgericht Essen v. 18.03.2022:
Zur Darlegung eines wirtschaftlich messbaren Schadens bei unklarer Vorschadenreparatur und Wiederbeschaffungswert
Amtsgericht Dortmund v. 11.03.2022:
Erstattung von Reparaturkosten bei unvollständiger Reparatur und Totalschaden vor Ablauf der 6-Monats-Frist
Landgericht Siegen v. 20.07.2020:
Erstattungsfähigkeit von Reparaturkosten und Verweis auf günstigere Werkstatt bei Verkehrsunfallschaden; Kriterien der mühelosen Erreichbarkeit
Amtsgericht München v. 16.11.2021:
Zum Werkstattrisiko bei Reparaturkosten, insbesondere Covid-19-Schutzmaßnahmen und unvollständiger Zahlung der Rechnung
Landgericht Essen v. 16.04.2019:
Darlegungspflicht der Reparatur eines erheblichen Vorschadens für Schadensersatzansprüche nach Verkehrsunfall
Landgericht Düsseldorf v. 13.01.2017:
Fiktive Abrechnung von Reparaturkosten: Kein Verweis auf günstigere Werkstatt bei Ansatz von mittleren ortsüblichen Stundenverrechnungssätzen
Landgericht Bochum v. 13.01.2015:
Anforderungen an die Abrechnung von Reparaturkosten bei Fahrzeugschäden unterhalb des Wiederbeschaffungswertes
Landgericht Düsseldorf v. 18.06.2014:
Zur fachgerechten Reparatur eines Unfallfahrzeugs und der Einhaltung der 130%-Grenze bei der Schadensregulierung
Amtsgericht Remscheid v. 12.12.2013:
Abrechnung von Fahrzeugschaden nach Verkehrsunfall: Wiederbeschaffungswert und Unbrauchbarkeit des Privatgutachtens
Landgericht Wuppertal v. 11.03.2010:
Zur 130%-Grenze bei Reparaturkosten: Pauschaler Rabatt macht objektiv unwirtschaftliche Reparatur nicht wirtschaftlich
Landgericht Bochum v. 19.10.2007:
Fiktive Abrechnung von Reparaturkosten: Kein Verweis auf günstigere Werkstatt bei Sonderkonditionen oder fehlendem Vertrauen des Geschädigten
OLG Düsseldorf v. 15.10.2007:
Zur Schadensberechnung bei Eigenreparatur, 130%-Grenze und Restwert im Verkehrsunfallrecht
Amtsgericht Siegburg v. 14.10.2005:
Schadensabrechnung nach Verkehrsunfall: Fiktive Reparaturkosten vs. Restwert bei fehlendem Ersatzfahrzeugerwerb
Landgericht Bochum v. 21.11.2006:
Reparaturkosten nach Verkehrsunfall: Erstattungsfähigkeit bei Überschreitung des Wiederbeschaffungswertes und fehlender fachgerechter Reparatur