Das Verkehrslexikon

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Erwerbsschaden - Einkommensnachteile - Verdienstausfall - entgangener Gewinn




Gliederung:


-   Einleitung
-   Weiterführende Links
-   Allgemeines
-   Substanzbeschädigung vs. Vermögensschaden
-   Schadensminderungspflicht und Mitverschulden

-   Verlust des Arbeitslosengeldes
-   Noteinkommen durch einstweilige Verfügung?
-   Selbständiges Beweisverfahren



Einleitung:


Treten nach einem Verkehrsunfall durch die dadurch verursachten Verletzungen vorübergehen oder dauernd Einkommensverluste ein, so besteht gegen den Verursacher des Schadens ein entsprechender Ersatzanspruch.

In der Regel muss ermittelt werden, wie sich die Einkommens- und Verdienstverhältnisse des Geschädigten ohne das Dazwischen-Treten des Unfallereignisses entwickelt hätten (Ermittlung des hypothetischen künftigen Einkommens auf Grund einer Prognosebildung).

Zu den Unterschieden bei den entgangenen Einkünften von Selbständigen und lohnabhängig Beschäftigten siehe die Module:

Gewinnentgang bei Selbständigen

und

Verdienstausfall bei Arbeitnehmern

Durch ein Schadensereignis verursachte Vorteile müssen unter bestimmten Voraussetzungen im Wege der Vorteilsausgleichung berücksichtigt werden; entgangene Vorteile, die sich ohne das Schadensereignis zu Gunsten des Geschädigen verwirklicht hätten, müssen als adäquater Schaden ersetzt werden.

Zur Berechnung des Einkommensschadens für einen Alleingesellschafter und einzigen Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft siehe instruktiv und ausführlich OLG Düsseldorf (Urteil vom 24.05.2011 - I-1 U 220/10).

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Weiterführende Links:


Stichwörter zum Thema Gewinnentgang und Verdienstausfall

Prognosebildung bezüglich des hypothetischen Zukunftseinkommens<
Entgangene Vorteile und Zuwendungen
Vorteilsausgleichung

Kausalität und Vorschädigungen bei Personenschäden

Psychische Unfallfolgen

Kapitalabfindung - Kapitalisierung

Steuerfragen beim Schadensersatz aus Verkehrsunfällen

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Allgemeines:


BGH v. 06.02.2001:
Es ist im Rahmen des § 254 Abs. 2 BGB Sache der Bekl. darzulegen, dass der Kl. konkrete und zumutbare anderweitige Verdienstmöglichkeiten hatte und diese schuldhaft nicht genutzt hat.

BGH v. 28.06.2005:
Die Frage, ob und in welcher Höhe für einen bestimmten Zeitraum ein Verdienstausfallschaden eingetreten ist, betrifft den Umfang des Unfallschadens, also die Höhe des Anspruchs, und wird deshalb von der Rechtskraft eines vorausgegangenen Feststellungsurteils betreffend die Ersatzpflicht sämtlicher materieller Schäden aus dem Unfallereignis nicht erfasst.

KG Berlin v. 13.10.2005:
Eine unfallbedingte Minderung der Erwerbsfähigkeit von bis zu 20% ist grundsätzlich kompensierbar (vgl. BGH VersR 1965, 461); entsprechendes gilt für eine Minderung der Haushaltsführungsfähigkeit.

OLG Brandenburg v. 14.07.2008:
Eine Erwerbsunfähigkeitsrente gem. §§ 843 Abs. 1 BGB, § 13 StVG kann nicht verlangen, wer schon vor dem Unfall erwerbsunfähig gewesen ist und eine entsprechende Rente bezogen hat. Allein der Umstand, dass er unfallbedingt eine bestimmte zuvor noch mögliche geringfügige Beschäftigung nicht weiterführen kann, rechtfertigt eine andere Beurteilung nicht.

BVerfG v. 18.01.2010:
Die nicht durch eine unfallbedingte Kündigung von Seiten des Arbeitgebers erzwungene Aufgabe des Arbeitsplatzes kann zwar einen Grund darstellen, der eine Schadensersatzpflicht des Unfallverursachers für den anschließenden Verdienstausfall ausschließt. Trotz adäquater Verursachung kann es ausnahmsweise an dem für die Einstandspflicht nötigen inneren Zusammenhang zwischen der Schutzgutverletzung und dem daraus entstehenden Schaden fehlen, für den der Verletzte Ersatz verlangt. An die Annahme eines solchen Ausnahmefalles sind jedoch strenge Anforderungen zu stellen sind und der im Schadensrecht geltende Grundsatz der Totalrestitution gebietet es, eine dahingehende Bewertung nur in außergewöhnlich gelagerten Fällen vorzunehmen. Liegen hingegen nachvollziehbare Gründe für eine Eigenkündigung vor, dann ist die Nichtbeachtung dieser Grundsätze als Ausnahme willkürlich.

LG Köln v. 01.06.2010:
Hatte eine Unfallgeschädigte ihre selbständige Tätigkeit als Fußpflegerin erst kurze Zeit vor dem Unfall aufgenommen und verfügte sie daher noch über wenige Kunden, kann sie einen Anspruch auf entgangenen Gewinn nicht geltend machen, soweit sie die ausgefallenen Kundentermine nach dem Ende der unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit nachholen kann. Ein Ersatz kommt nur in Betracht, wenn das Nachholen eine überobligationsmäßige Leistung darstellen würde.

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Substanzbeschädigung vs. Vermögensschaden:


OLG Hamm v. 23.08.2007:
Ist eine Sache wie das Ladegut eines Fahrzeugs von einem Unfall zwar mittelbar betroffen, eine Substanzschädigung aber nicht konkret feststellbar, besteht keine weitergehende Haftung. § 823 BGB verlangt eine Verletzung des Eigentums, also ebenfalls eine Substanzverletzung. Allgemeine Vermögensschäden sind nach Deliktsrecht grundsätzlich nicht zu ersetzen. Auch die StVO ist kein Gesetz zum Schutz des allgemeinen Vermögens.

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Schadensminderungspflicht und Mitverschulden:


Mitverschulden und Schadensminderungspflicht beim Ersatz von unfallbedingten Einkommensnachteilen

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Verlust des Arbeitslosengeldes:


Forderungsübergang des Anspruchs auf Verlust des Arbeitslosengeldes auf Sozialversicherungsträger

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Noteinkommen durch einstweilige Verfügung?:


OLG Frankfurt am Main v. 11.10.2006:
Kann ein Geschädigter unfallbedingt die Grundlage seiner persönlichen und wirtschaftlichen Existenz nicht aufrechterhalten, kommt wegen seiner Ansprüche aus §§ 842, 843 BGB grundsätzlich der Erlass einer Leistungsverfügung gem. § 940 ZPO in Betracht. Der Verfügungsgrund kann zu verneinen sein, wenn die vorauszusetzende Notlage von dem Geschädigten dadurch (mit-) verursacht worden ist, dass er es schuldhaft unterlassen hat, seine Ansprüche rechtzeitig im Klageverfahren geltend zu machen.

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Selbständiges Beweisverfahren:


BGH v. 20.10.2009:
Nach einem Personenschaden ist es grundsätzlich zulässig, den entgangenen Gewinn gemäß § 485 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 ZPO durch einen Sachverständigen im selbständigen Beweisverfahren festzustellen. Der Antragsteller muss ausreichende Anknüpfungstatsachen für die begehrte Feststellung durch den Sachverständigen vortragen.

Landgericht Wuppertal v. 21.01.2026:
Erwerbsausfallschaden nach Unfall: Berücksichtigung von traumatischen Unfallarthrosen und Ersatz von Sozialversicherungsbeiträgen

OLG Hamm v. 14.02.2025:
Zur Prognose der beruflichen Entwicklung einer unfallgeschädigten Schülerin bei der Ermittlung eines entstandenen Verdienstausfallschadens

OLG Hamm v. 17.12.2024:
Verdienstausfall nach Verkehrsunfall: Deutliche Reduzierung der Forderung durch OLG Hamm

Landgericht Bochum v. 17.05.2023:
Berechnung des Verdienstausfallschadens einer Arzthelferin nach Unfall von 1983 und Vergleich

OLG Hamm v. 01.09.2023:
Zur Ermittlung des Erwerbsschadens eines selbstständigen Unternehmers bei Einsatz einer Ersatzkraft nach Unfall

OLG Nürnberg v. 16.07.2026:
Verdienstausfall nach Verkehrsunfall: Kausalität zur Dienstunfähigkeit eines Zollbeamten

OLG Hamm v. 28.10.2022:
Nachweis von Erwerbs- und Haushaltsführungsschaden bei beabsichtigter Selbstständigkeit nach Verkehrsunfall

OLG Hamm v. 18.01.2022:
Zur Erforderlichkeit eines Wasserbettes, zur Berechnung des Verdienstausfalls und zur Schmerzensgeldbemessung nach Verkehrsunfall

OLG Düsseldorf v. 10.08.2021:
Bemessung des Erwerbsschadens: Anforderungen an den Nachweis einer hypothetischen Berufslaufbahn

OLG Köln v. 05.08.2021:
Zum Erwerbsschaden eines dienstunfähig gewordenen Beamten nach Verkehrsunfall und dessen Schadensminderungspflicht

Landgericht Paderborn v. 10.05.2021:
Verkehrsunfall: Erwerbsschaden und Schmerzensgeld für selbstständigen Imbissbetreiber nach Personenschaden

Landgericht Wuppertal v. 11.03.2020:
Zum Verdienstausfall nach Verkehrsunfall: Anrechnung von Sozialleistungen und Schadensminderungspflicht; Geltendmachung von Teilschäden

Landgericht Münster v. 31.10.2019:
Anforderungen an den Nachweis von Verdienstausfall bei fehlendem Arbeitsvertrag und Haushaltsführungsschaden nach Verkehrsunfall

OLG Hamm v. 27.04.2018:
Zur Verjährung von Verdienstausfallansprüchen nach Verkehrsunfall und der Reichweite eines Verjährungsverzichts

Landgericht Münster v. 04.07.2019:
Zur sachlichen und zeitlichen Kongruenz von Sozialleistungen und Schadensersatz bei Verkehrsunfallfolgen

OLG Nürnberg v. 23.07.2026:
Prognose der beruflichen Entwicklung bei Schadensbemessung; Forderungsübergang fiktiver Pflegekosten

OLG Celle v. 25.06.2026:
Verkehrsunfall: Kausalität von Arbeitsplatzverlust trotz Abfindungsvergleich und bei Vorerkrankung

OLG Bamberg v. 28.03.2023:
Zur Beweiswürdigung im Berufungsverfahren und zum Erwerbsschaden eines GmbH-Geschäftsführers nach einem Verkehrsunfall

Amtsgericht Rheinbach v. 07.03.2024:
Zum entgangenen Gewinn bei Rücktritt von mündlichem Fahrzeugkaufvertrag nach unfallbedingter Beschädigung

OLG Hamm v. 22.01.2021:
Werkstatt für behinderte Menschen: Tätigkeit als vermehrte Bedürfnisse, nicht Verdienstausfallschaden nach Verkehrsunfall

Landgericht Krefeld v. 02.05.2019:
Zur Substantiierung von Schmerzensgeld, Verdienstausfall und Haushaltsführungsschaden nach Verkehrsunfall

BGH v. 20.12.2016:
Zur sozialversicherungsrechtlichen Vorfrage des Rentenkürzungsschadens nach Haftpflichtfall und Anspruchsübergang

OLG Hamm v. 13.01.2017:
Zur fiktiven Berechnung des Verdienstausfalls und des Haushaltsführungsschadens nach schwerem Verkehrsunfall

Verwaltungsgericht Gelsenkirchen v. 14.08.2025:
Zur Berechnung des Verdienstausfalls eines selbstständigen Unternehmers bei Quarantäne und teilweisem Weiterbetrieb des Unternehmens

OLG Hamm v. 17.05.2016:
Darlegungslast des Verletzten bei Erwerbsschaden; Kausalität von Spätfolgen eines Unfalls

Landgericht Bonn v. 25.03.2015:
Zum hohen Schmerzensgeld und Verdienstausfall nach schwerem Motorradunfall mit Schädelhirntrauma und 25% Mitverschulden

Landgericht Münster v. 22.12.2014:
Zum Verdienstausfallschaden nach Verkehrsunfall: Fehlende Kausalität zwischen Unfall und verzögertem Berufseinstieg

Landgericht Wuppertal v. 25.09.2012:
Anforderungen an den Nachweis des Verdienstausfalls eines Taxiunternehmers nach Verkehrsunfall

Landgericht Düsseldorf v. 02.09.2011:
Zum Nachweis des Verdienstausfalls bei gewerblich genutztem Fahrzeug (Taxi) nach Verkehrsunfall; Konkrete Darlegungspflicht

Landgericht Münster v. 10.06.2011:
Zur Berechnung des Verdienstausfallschadens eines Kindes bei unfallbedingter Erwerbsunfähigkeit und der Prognose des Bildungswegs

Amtsgericht Solingen v. 30.04.2010:
Zur Darlegung des entgangenen Gewinns eines Selbstständigen nach Verkehrsunfall

Landgericht Dortmund v. 24.08.2011:
Zum Verdienstschaden und Prothesenkosten nach Verkehrsunfall mit Amputation; zur Schadensminderungspflicht und Kausalität von Folgeerkrankungen

Landgericht Düsseldorf v. 26.05.2009:
Verdienstausfallschaden nach Verkehrsunfall bei verzögertem Studienbeginn und Berufseinstieg

OLG Düsseldorf v. 19.01.2009:
Zur Erwerbsminderung und Schadensminderungspflicht nach Verkehrsunfall

Landgericht Köln v. 13.06.2008:
Zur Kausalität zwischen Verkehrsunfall und Erwerbsschaden bei Ausreise des Geschädigten ins Ausland

OLG Düsseldorf v. 20.08.2007:
Verdienstausfall eines selbstständigen Senior Consultant nach Verkehrsunfall und Schadensminderungspflicht

OLG Düsseldorf v. 10.03.2008:
Zur Haftung für reinen Vermögensschaden bei vereiteltem Fahrzeugerwerb nach Unfall ohne wirksamen Kaufvertrag

OLG Karlsruhe v. 03.06.2005:
Gewinnentgang

Amtsgericht Werl v. 17.06.2013:
Gewinnentgang

OLG Köln v. 27.01.2009:
Erwerbsschaden

Landgericht Osnabrück v. 05.12.2001:
Erwerbsschaden

OLG Düsseldorf v. 16.02.2004:
Gewinnentgang

OLG Köln v. 13.10.2000:
Verdienstausfallschaden

OLG Hamm v. 01.07.1999:
Erwerbsschaden

OLG Köln v. 08.09.1997:
Einkommensnachteile

OLG München v. 25.03.2020:
Verdienstausfallschaden

BGH v. 01.08.2023:
Verdienstausfallschaden

OLG Frankfurt am Main v. 31.08.2018:
Verdienstausfallschaden

KG v. 08.07.2010:
Erwerbsschaden

BGH v. 13.12.2016:
Erwerbsschaden

Landgericht Magdeburg v. 08.03.2016:
Erwerbsschaden

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